General Motors : US-Produktion in Europa ist möglicherweise bedroht

Der existenzbedrohte Opel-Mutterkonzern General Motors will laut Medienberichten Teile seiner für den US-Heimatmarkt bestimmten Produktion nach Asien und Lateinamerika verlagern. Doch der Betriebsrat von Opel spricht von einem neuen Auftrag aus den USA.

New YorkDie Fahrzeuge sollen künftig in Ländern in Asien und Lateinamerika billiger gefertigt werden. Dadurch würden in Europa sowie in Kanada und Australien jährlich insgesamt rund 130.000 Fahrzeuge weniger produziert werden, schreibt die Zeitung Detroit News unter Berufung auf interne Dokumente von General Motors (GM). GM-Chef Fritz Henderson hat für diesen Nachmittag Informationen zu den Sanierungsplänen angekündigt.

Derzeit vertreibt der Autokonzern unter anderen das in Europa gefertigte Opel-Modell Astra in den USA unter der Marke Saturn. US-Präsident Barack Obama hatte dem größten amerikanischen Autobauer ein Ultimatum gesetzt, bis Ende Mai ein tragfähiges Konzept vorzulegen. Sonst droht dem Konzern die Insolvenz wie beim Konkurrenten Chrysler.

Auf Druck der US-Regierung will GM seinen Verwaltungsrat schnellstmöglich umstrukturieren. Mindestens die Hälfte der zwölf Mitglieder des Aufsichtsgremiums sollen demnach ausgetauscht werden. Das Wall Street Journal berichtete, dass der Autobauer für die Kandidatensuche eine externe Personalberatung engagiert habe.

Der jüngste Sanierungsplan von GM sieht eine mehrheitliche Verstaatlichung vor, weiterer Großaktionär soll die Gewerkschaft UAW werden. Für den Plan muss sich GM jedoch zuvor mit seinen Gläubigern einigen.

Widersprüchliche Angaben von Opel-Betriebsrat

Unterdessen gab Betriebsrat Klaus Franz bekannt, dass Opel von GM einen neuen Auftrag erhalten habe.  Nach den Betriebsferien im Sommer solle im Stammwerk Rüsselsheim die US-Ausgabe des Mittelklassewagen "Insignia" vom Band laufen, sagte Franz. Geplant seien 70.000 Exemplare des "Buick LaCrosse" innerhalb von zwei Jahren.

Die Rüsselsheimer Fabrik ist derzeit mit einem Zweischichtbetrieb auf rund 180.000 Fahrzeuge im Jahr ausgelegt. Dort arbeiten rund 5600 Menschen. Für den Insignia liegen nach Werksangaben in Europa bereits mehr als 100.000 Bestellungen vor. Opel übernehme die Produktion, weil das in den USA vorgesehene Werk noch nicht auf das neue Modell umgestellt sei. Von einer Produktionsverlagerung auf  andere GM-Standorte in Billiglohnländern könne da keine Rede sein, sagte Franz. (sh/sp/dpa)

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