Wirtschaft : General Motors verkauft Saab an Sportwagenbauer Spyker

Stockholm - Der Verkauf der schwedischen General-Motors-Tochter Saab an die niederländische Sportwagenschmiede Spyker ist unter Dach und Fach. Spyker wolle nach der Übernahme ein neues Unternehmen mit dem Namen Saab Spyker Automobiles gründen, das die schwedische Marke fortführen werde, teilte General Motors (GM) am Dienstagabend mit.

Die Transaktion hänge unter anderen noch von der Zustimmung der Kartellbehörden, der Regierung und des Insolvenzgerichts ab. Der Verkauf solle bis Mitte Februar abgeschlossen sein. GM gab zunächst keine Details der Vereinbarung mit Spyker bekannt.

Zuvor hieß es aus informierten Kreisen, dass Spyker 74 Millionen Dollar in bar für Saab zahle. Zudem legten die Niederländer Vorzugsaktien im Wert von 326 Millionen Dollar auf den Tisch. Die Transaktion sei demnach von einer Kreditbürgschaft aus Schweden im Volumen von 400 Millionen Euro abhängig.

GM sucht seit einem Jahr nach einem Käufer für die Verluste schreibende Tochter in Nordeuropa. Im Dezember hatte der US-Konzern mit der Abwicklung von Saab begonnen, weil die Suche nicht von Erfolg gekrönt war. Spyker besserte daraufhin sein Angebot nach. Laut der schwedischen Nachrichtensendung „Rapport“ war die Regierung in Stockholm bereits über den am Wochenende erreichten Durchbruch der Übernahmeverhandlungen informiert worden.

Saab läuft nach Erfolgen kurz nach der Gründung 1937 nun schon seit 20 Jahren mit Verlust. Die Marke verpasste es im Zuge der weltweiten Konzentration auf wenige Autokonzerne, die „richtige Ehe einzugehen”, wie schwedische Autoexperten sagen. Vor allem dem zunächst als Retter in der Not gefeierten US-Eigentümer GM wird vorgeworfen, die Qualität der Marke mit billigeren Komponenten so verwässert zu haben, dass Saab heute selbst in Schweden als Pannenauto verschrien ist. Derzeit verkauft Saab nur noch 70 Autos am Tag weltweit. anw/rtr

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