Wirtschaft : General Motors verliert Boden in Europa Verlust verdreifacht sich auf 742 Millionen Euro

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Detroit/Frankfurt am Main Der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) hat im vergangenen Jahr in Europa den zweitgrößten Verlust seiner Firmengeschichte eingefahren. Er belief sich nach GM-Angaben auf 742 Millionen Dollar und war damit fast dreimal größer als im Vorjahr. GM wird der eigenen Prognose zufolge trotz des bereits eingeleiteten Sparprogramms auch im laufenden Jahr die Verlustzone nicht verlassen. Damit verliert der größte Autobauer der Welt auf einem seiner wichtigsten Märkte weiter an Boden. Ford dagegen wird nach Informationen des Handelsblatts an diesem Donnerstag für das Europa-Geschäft schwarze Zahlen bekannt geben und damit die Erwartungen übertreffen.

GM-Finanzchef John Devine kündigte am Mittwoch an, das Unternehmen werde auch in diesem Jahr in Europa in den roten Zahlen bleiben. Man strebe jedoch für das vierte Quartal wieder Gewinn an. Vergangene Woche hatte der US-Konzern eine Gewinnwarnung für 2005 gegeben und für Europa nochmals ein Minus von 500 Millionen Dollar angekündigt. Da diese Prognose noch keine Aufwendungen für die im vergangenen Herbst angekündigte Restrukturierung enthält, wird sich das Minus unter dem Strich wahrscheinlich sogar auf über eine Milliarde Dollar summieren. GM findet damit vorerst keinen Weg aus der Krise, allein im vierten Quartal erhöhte sich der Verlust in Europa von 66 Millionen Dollar auf 345 Millionen Dollar.

Für den Gesamtkonzern rechnet GM für 2005 mit einem Ergebnis pro Aktie von vier bis fünf Dollar. Das wäre ein deutlicher Rückgang im Vergleich zum abgelaufenen Jahr, in dem GM 6,40 Dollar pro Anteilsschein verdiente. Die Finanzsparte des Konzerns trug mit einem Rekordgewinn von 2,9 Milliarden Dollar rund drei Viertel zum GM-Profit bei. Im laufenden Jahr werde sich die Sparte jedoch voraussichtlich schwächer entwickeln und steigende Gesundheitskosten den Gewinn belasten. Im vierten Quartal des abgelaufenen Jahres drückten bereits massive Abschreibungen das Ergebnis, darunter allein 220 Millionen Dollar auf die Beteiligung am italienischen Autohersteller Fiat, die damit auf Null abgeschrieben ist. hz/HB

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