Wirtschaft : Gentechnik: Öko-Terroristen verhindern Fortschritt

Aus dem Wall Street Journal.<br><br>Übersetz

Der törichte Krieg gegen die Biotechnologie tobt weiter - das haben die Brandanschläge auf ein Forschungslabor der Universität von Washington und eine Farm im Nordwesten Oregons im Mai gezeigt. Sie haben Schäden in Millionenhöhe verursacht und die Forschung von Jahren zerstört. Beide Akte von "Umwelt-Terrorismus" sind mutmaßlich das Werk der Earth Liberation Front ("Welt-Befreiungs-Front"), einer kriminellen Umweltgruppe, die gegen die Gentechnik zu Felde zieht.

Eine noch beliebtere Strategie der Gentechnik-Gegner ist es, den Verbrauchern irrationale Ängste vor Gen-Produkten einzuflößen. Das Ergebnis waren oft wissenschaftlich nicht fundierte Beschränkungen, die Forschung und Entwicklung behinderten. Vielen Gegnern der Biotechnologie geht es weniger um "Sicherheit" - die Sicherheitsstandards sind für gentechnisch veränderte Produkte viel höher als für normale Produkte - als um politischen und ideologischen Aktivismus. Weniger Bauernhöfe und weniger Subventionen sind der Preis für eine effizientere Landwirtschaft. Die Biotechnologie ist zu einem Allzweck-Sündenbock für Umwelt-Extremisten geworden.

Zum Thema Online Spezial: Die Debatte um die Gentechnik Politiker und Behörden sollten sich von dieser Hysterie aber nicht irritieren lassen. Die Forschung soll für sich selbst sprechen. Vor zwei Jahren hat David Aaron vom US-Wirtschaftsministerium dem Kongress erläutert, dass "13 Jahre amerikanischer Erfahrung mit gentechnisch veränderten Produkten keinen Beweis für Risiken bei der Lebensmittelsicherheit geliefert haben - nicht ein einziger Ausschlag, nicht ein einziger Husten, kein einziger entzündeter Hals, keine Kopfschmerzen". Natürlich, die Biotechnologie im Bereich der Landwirtschaft ist noch immer jung und steckt voller Potentiale. Dieses fruchtbare Feld der Wissenschaft ist auf dem besten Weg, Krankheit und Hunger in der Dritten Welt zu verringern, Menschen in den Industriestaaten ein längeres und gesünderes Leben zu ermöglichen und die Effizienz und Umweltsicherheit in der Getreide- und Viehproduktion zu steigern.

Das wird deutlich am Beispiel Reis, der täglich die Hälfte der Weltbevölkerung ernährt. Er könnte noch mehr Menschen ernähren - insbesondere die Millionen, die heute krank sind und hungern. Aber Reis braucht einen eisenreichen Boden, um gut wachsen zu können. Viele Länder in der Dritten Welt verfügen aber nicht über einen solchen Boden - dadurch wird der Bevölkerung dieser Länder nicht nur Reis vorenthalten, sondern auch Eisen. Der Weltgesundheitsorganisation zufolge ist Eisenmangel weltweit das größte Ernährungsproblem.

Vor diesem Hintergrund haben japanische Wissenschaftler versucht, durch genetische Veränderungen einen mit Eisen angereicherten Reis zu entwickeln, der auch in trockenen Gegenden wächst. Durch Gen-Manipulation könnte der Nährstoffgehalt in diesem Reis für die Menschen, die ihn am dringendsten brauchen, vervierfacht werden. Damit könnte nicht nur der Hunger bekämpft werden, sondern auch - wie die Zeitschrift "Nature Biotechnology" in der Mai-Ausgabe schreibt, eine Lösung für zwei der drei am weitesten verbreiteten Nährstoff-Defizite der Welt gefunden werden.

Natürlich ist das nur ein kleiner Ausschnitt der Möglichkeiten der Gentechnik. Dennoch ist klar, dass die Biotechnologie auf dem besten Weg ist, die wirklichen Probleme der Welt anzugehen. Wir würden gerne berichten, dass nur die Zeit und die menschlichen Fähigkeiten ihr Grenzen setzen. Aber leider ist noch immer die radikale und auf schlechter Information basierende Politik einiger Weniger das größte Hindernis für Fortschritte auf diesem Gebiet, das potenziell Leben retten könnte.

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