Wirtschaft : George Bush trifft Alan Greenspan: Offenmarktausschuss der Fed tagt

Zur Vorbereitung der Regierungsübernahme hat sich der künftige US-Präsident George W. Bush zu einem ersten Gespräch mit Zentralbankchef Alan Greenspan in Washington getroffen. "Ich habe mit einem guten Mann gesprochen. Wir hatten ein anregendes Gespräch über mein Vertrauen in seine Fähigkeiten", sagte Bush im Anschluss an sein Treffen mit dem Präsidenten der amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed). Nach Angaben des künftigen Vizepräsidenten Richard Cheney wollte Bush mit Greenspan über die sich verlangsamende Wirtschaftsentwicklung in den USA beraten. Cheney versicherte im Fernsehsender ABC, die künftige Regierung werde wie die Regierung von Präsident Bill Clinton sehr eng mit Greenspan zusammenarbeiten. Greenspan selbst äußerte sich im Anschluss an das Treffen nicht.

Greenspan hatte in der Vergangenheit mehrfach angedeutet, dass er die aus den US-Haushaltsüberschüssen frei werdenden Mittel lieber zur Schuldentigung als zur Finanzierung von Steuersenkungen einsetzen würde. Bush hatte sich dagegen in seinem Wahlkampf in den kommenden Jahren für milliardenschwere Steuerkürzungen ausgesprochen, die zum Teil mit den Haushaltsüberschüssen finanziert werden sollen.

Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank kommt am heutigen Dienstag zu seiner letzten Sitzung in diesem Jahr zusammen. Finanzexperten hoffen auf erste Signale, dass möglicherweise schon Anfang 2001 die Zinsen in den USA wieder sinken. Nach einer Serie von Leitzinserhöhungen erwartet aber kaum ein Analyst bereits heute die Trendumkehr. Gleich sechs Mal hat die Fed seit Mitte 1999 an der Zinsschraube gedreht, zuletzt im Mai dieses Jahres. Der Tagesgeldsatz liegt nun bei 6,5 Prozent, der Diskontzins bei sechs Prozent. Greenspan wollte eine "Überhitzung" verhindern und die boomende US-Wirtschaft zu einer "sanften Landung" bringen.

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