George Soros : Multimilliardär für Legalisierung von Marihuana

Wall-Street-Legende George Soros unterstützt die Legalisierung von Marihuana. Als Kiffer trat der Mulimilliardär bisher nicht in Erscheinung.

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Berlin - Der Multimilliardär George Soros ist weltweit bekannt als talentierter Investor, als wohltätiger Spender, Stifter und Sammler. Als Kiffer trat der 80-Jährige bisher nicht in Erscheinung.

Dass sich Soros jetzt ein paar Gramm Gras eine Million Dollar kosten ließ, ist deshalb auch nur im sehr übertragenen Sinne zu verstehen. Der wohlhabende Spekulant unterstützt mit dieser Summe lediglich die Legalisierung von Marihuana: In Kalifornien hilft seine Spende dem parallel zu den US-Kongresswahlen stattfindenden Volksentscheid „Proposition 19“ am 2. November. Das Bündnis setzt sich dafür ein, dass Kalifornier, die älter als 21 Jahre sind, rund 28 Gramm Marihuana für den persönlichen Gebrauch besitzen, Gras in kleinen Mengen anbauen und legal rauchen dürfen. Soros Million – sein Gesamtvermögen wird auf 14 Milliarden Dollar geschätzt – soll Anzeigen und Wahlhelfer der Kampagne bezahlen.

„Marihuana zu regulieren und zu besteuern, würde den Steuerzahlern Milliarden Dollar für Strafverfolgung und Inhaftierungen ersparen und zusätzlich viele Milliarden Dollar an jährlichen Einnahmen bedeuten“, begründete Soros sein Engagement in einem Beitrag für das „Wall Street Journal“. Der Verkauf des Rauschmittels auf einem legalen Marihuanamarkt könnte nach Schätzungen jährlich über eine Milliarde Dollar an Steuern und Gebühren einbringen. Seit 1996 ist in Kalifornien der Marihuana-Konsum aus medizinischen Gründen gestattet.

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Die jährlich rund 750 000 Festnahmen wegen des Besitzes kleiner Mengen Marihuana machten mehr als 40 Prozent aller Festnahmen im Zusammenhang mit Drogendelikten aus, schrieb Soros. Statt diesen Aufwand zu betreiben, solle der Polizei die Möglichkeit gegeben werden, sich auf die wirklich schwerwiegenden Verbrechen zu konzentrieren. „Wer profitiert am meisten davon, dass Marihuana illegal ist? Die kriminellen Organisationen in Mexiko und anderswo, die jedes Jahr Milliarden im Drogenhandel verdienen“, argumentierte Soros im „Wall Street Journal“.

Zehn lateinamerikanische Staaten reagierten besorgt auf die prominente Unterstützung für die kalifornische „Legalize-it“-Kampagne. Die USA könnten nicht gegen den Drogenhandel in anderen Ländern vorgehen und gleichzeitig die „offene oder versteckte Produktion von Drogen auf ihrem eigenen Staatsgebiet erlauben“, kritisierten die Staaten nach einem Treffen in der kolumbianischen Stadt Cartagena in einer gemeinsamen Erklärung. Die USA könnten nicht zur gleichen Zeit den Drogenhandel „bestrafen und erlauben“. In Mexiko liefern sich sieben große Drogenkartelle einen blutigen Krieg um die lukrativen Schmuggelrouten für Rauschgift in die USA. Henrik Mortsiefer

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