Wirtschaft : Geplante Börsengänge bringen Schwung

Der Januar endet für Aktionäre insgesamt eher müde /Anleger entdecken die Telekom wieder

Veronika Csizi

Berlin. Zum Schluss des Monats Januar ging dem Deutschen Aktienindex (Dax) ein wenig die Luft aus. Hatte er zwischenzeitlich 4175 Punkte erreicht, waren es am Freitag zum Xetra-Schluss nur noch 4058 Zähler. Zunehmende Unsicherheit über den alles in allem schon lang anhaltenden Kursanstieg und die Furcht vor drohenden Zinserhöhungen durch die US-Notenbank Fed, hatten die Investoren zu Verkäufen veranlasst.

Trotzdem: Die Anleger verabschiedeten sich offenbar nicht völlig, das zeigt die gute Wertentwicklung vieler Dax-Papiere. Es waren nur Umschichtungen. Profitiert haben davon vor allem Industriezykliker wie MAN (plus 14 Prozent) sowie zwei Unternehmen, die sich wieder aufs Emissionsparkett trauen.

Die überraschende Ankündigung der Tui, ein Drittel der Tochter Hapag-Lloyd an der Börse platzieren zu wollen, hob die Reiseaktie mit einem Plus von rund 16 Prozent an die Spitze aller 30 Dax-Werte. Die Post AG, die im Herbst für 49 Prozent der Postbank Anleger sucht, legte knapp zwölf Prozent zu. Ganz vorne in der Dax-Tabelle mischte auch die Deutsche Telekom mit: Nach der monatelangen Seitwärtsbewegung der Aktie erhielt sie Rückenwind von weltweit neu erwachtem Kaufinteresse für die Telekommunikation, wie von charttechnischer Seite.

Der Ausbruch über 14 Euro lockte Käufer, die das Papier bis auf aktuell 16,01 Euro hievten. Die passenden Nachrichten dazu kamen erst am Monatsende. Der Konzern ist im abgelaufenen Geschäftsjahr in den Bereichen Breitband und Mobilfunk gewachsen, allein im letzten Quartal kamen 700 000 neue Handy- Kunden dazu.

Getrennt haben sich dagegen viele Investoren von VW- und BMW-Aktien, die acht beziehungsweise gut drei Prozent einbüßten. Schuld daran ist vor allem der starke Euro, der im Januar mit knapp 1,29 Euro eine neues Allzeithoch erklommen hat. BMW beispielsweise gab bekannt, dass wegen des starken Euro der Umsatz 2003 um 2,1 Prozent gefallen ist. Ohne Währungseffekte hätte er vier Prozent zugelegt. Dem negativen Trend entziehen konnten sich allein die Papiere von Daimler-Chrysler, die mit plus 4,6 Prozent sogar stärker als der Dax zulegten.

Zu den Verlierern zählt auch Altana. Das Pharma-Unternehmer setzte mit einem weiteren Verlust von 3,5 Prozent seinen seit Oktober andauernden Abwärtstrend fort. Das Unternehmen konnte nicht davon profitieren, dass das Fusionskarussell mit der geplanten feindlichen Übernahme von Aventis durch den französischen Konzern Sanofi neuen Schwung erhalten hat. Auch gute Umsatzzahlen mit positiven Währungseffekten und ein optimistischer Ausblick blieben ohne Echo. Dafür wurde das Unternehmen reihenweise abgestuft. Schering dagegen, die bei Fusionsgerüchten oft genannt werden, verhalf seinen Anlegern zu knapp zehn Prozent Plus.

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