Wirtschaft : Gerade noch einen Gewinn erreicht Thyssen-Krupp sieht sich auf gutem Weg

Berlin - Das Ergebnis des ersten Geschäftsquartals sagt alles: Unterm Strich verdiente Thyssen-Krupp von Oktober bis Dezember 2012 gerade mal 29 Millionen Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag bei 230 Millionen Euro, und dieses Niveau wird sich bis zum Ende des Geschäftsjahres (1.10.12 bis 30.9.2013) nicht groß verändern. Unter der Annahme, dass die Konjunktur nicht einbricht, „sollte das bereinigte Ebit bei rund einer Milliarde Euro liegen“, teilte der Industrie- und Stahlkonzern am Dienstag mit. An der Börse war das keine Überraschung, mit einem leichten Minus gehörte die Thyssen-Krupp- Aktie zu den Verlierern im Dax.

„Wir sind auf gutem Weg, unsere operativen Ziele im Gesamtjahr zu erreichen“, kommentierte der Vorstandsvorsitzende Heinrich Hiesinger die aktuellen Zahlen. Gleichzeitig bekannte er seine Unzufriedenheit mit der Ertragskraft. Um das zu ändern, gehe der Geschäftsbereich Stahl Europa „einen ersten konsequenten Schritt“. Der Bereich soll 500 Millionen Euro sparen, unter anderem ist der Abbau von 2000 Arbeitsplätzen geplant.

Dagegen ist der Verkauf der Stahlwerke in Brasilien und den USA, die erst vor rund zwei Jahren in Betrieb genommen worden waren, ein harter Schnitt. Hiesinger äußerte sich optimistisch, in den nächsten Monaten einen Käufer für die zusammen gut zehn Milliarden Euro teuren Anlagen zu finden. Seit November analysieren potenzielle Käufer die beiden Riesenfabriken, für die Thyssen-Krupp bestenfalls fünf Milliarden Euro bekommen dürfte. Immerhin wird der Verkaufserlös die Finanzschulden „deutlich reduzieren“, hieß es am Dienstag; Thyssen– Krupp hat 5,2 Milliarden Euro Schulden.

Der Umsatz im Quartal lag mit 9,6 Milliarden Euro auf Vorjahrsniveau. Am profitabelsten war der Bereich Aufzüge/Fahrtreppen mit einem Ebit von 170 Millionen Euro. Auch der Anlagenbau (unter anderem Chemiefabriken oder Zementwerke) verdiente mit 110 Millionen Euro überdurchschnittlich. Hiesingers Ziel ist es, Thyssen-Krupp als Industriekonzern auszubauen und die Bedeutung des Stahls zu reduzieren. alf

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