Wirtschaft : Geringe Risikofreudigkeit

UTO DÜTHORN

Mehr Bausparverträge / Lebensversicherungsverträge begehrtVON UTO DÜTHORN

Die Diskussionen um Sicherheit der Renten, Auswirkungen der europäischen Währungsunion, Änderung der sogenannten Alterspyramide und über ähnliche Themen haben dem Bundesbürger eines klargemacht: Er wird sich mehr denn je um seine Altersvorsorge kümmern müssen, will er drohende Armut im Alter vermeiden.Das Geld für eine individuelle Vorsorge ist offensichtlich in hohem Maße vorhanden: Die gigantische Summe von 4,955 Billionen DM (in Zahlen: 4 955 000 000 000 DM!) reines Geldvermögen, unberücksichtigt ist hier Immobilienbesitz ebenfalls in Billionen-Größenordnung! Doch die persönliche ideale Anlageform zu finden, ist eine Wissenschaft für sich."Bei der Fülle von sich ständig ändernden Steuervorteilen, Einschränkungen, Ausnahmen, zeitlich begrenzten Fördermaßnahmen und einer Vielzahl oft miteinander kombinierbarer Anlageformen ist der Einzelne in der Regel völlig überfordert und sollte sich in jedem Fall Fachleuten anvertrauen". Einige generelle Erkenntnisse und Trends kann heute jedoch auch der Laie erkennen: Immobilien haben sich in den vergangenen 20 Jahren als der unschlagbare Anlage-Hit erwiesen, Aktien konnten im gleichen Zeitraum eine gute, zweistellige Rendite erzielen.Lebens- und Rentenversicherungen gelten als sicher und bequem, doch ist inzwischen einiges vom Lack abgeblättert, Festverzinsliche Wertpapiere dümpeln in der Rendite-Hitliste irgendwo unauffällig vor sich hin.Festgelder sind mit ihren relativ kleinen Zinserträgen praktisch out.Sparbuch und Sparstrumpf haben als Anlageform ausgedient Betrachtet man die Lieblings-Geldanlagen der Deutschen, so ist festzustellen, daß wenig Risikofreudigkeit herrscht.Aktien haben zwar nach dem Börsen-Auftritt von Telekom neue Freunde gefunden, doch noch längst keinen Durchbruch geschafft.Nach Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin, hatten die Deutschen im Jahre 1996 322 Mrd.DM in Aktien investiert, dafür aber 1,1 Billionen DM bei Versicherungen und ebensoviel in Spareinlagen, wobei gleich 61 Prozent der Sparguthaben mit Sonderkonditionen ausgestattet waren - zehn Jahre zuvor lag diese Quote erst bei 22 Prozent.

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