Wirtschaft : Gerling wächst im Ausland

KÖLN (aku).Wenn der Vorstand der Gerling Allgemeinen Versicherungs AG (GKA) ins Ausland blickt, knallen die Sektkorken: Dort wuchs das Sachversicherungsgeschäft des Kölner Konzerns im vergangenen Jahr um stolze 14,3 Prozent.Im Inland dagegen herrscht Katerstimmung.Das Prämienaufkommen der deutschen Kunden ging um 2,4 Prozent zurück.Vor allem die industrielle Feuerversicherung, die um ein Zehntel schrumpfte, und die Autosparte sind die Sorgenkinder der GKA.Trotzdem nahm der Versicherer im vergangenen Jahr insgesamt 4,2 Mrd.DM an Beiträgen ein, ein leichtes Plus von gut zwei Prozent.Verantwortlich dafür waren vor allem die guten Abschlüsse der Haftpflicht- und Transportsparte.Der Nach-Steuer-Gewinn stieg um elf Prozent auf 53 Mill.DM.

Als Industrieversicherer liefert sich Gerling ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Allianz um die deutsche Spitze.Mit neuen Produkten rüsten sich die Kölner für den Wettbewerb: Die Öko-Boden-Police schützt vor dem finanziellen Ruin, wenn ein Störfall das Betriebsgelände verseucht.Auch eine Versicherung gegen Produkterpressung, zum Beispiel die drohende Vergiftung von Lebensmitteln, gehört zu den neuen Angeboten des Unternehmens.Nach langem Zögern hat das Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen diese Absicherung erst kürzlich genehmigt.Gerling will jedoch nicht nur den finanziellen Schaden nachher decken, sondern im Vorfeld die Kunden durch Spezialisten für solche Situationen schulen lassen.

Auch ein weitere Kölner Versicherer bilanzierte gestern, und das zum ersten Mal: Die Gothaer und Berlin-Kölnische haben sich im vergangenen Jahr zum Parion-Konzern zusammengeschlossen.Zwar verweist Vorstandschef Wolfgang Peiner stolz auf die Plazierung unter den Top Ten der deutschen Assekuranzen, die Zahlen des ersten Abschlusses sehen bei näherem Hinsehen jedoch eher bescheiden aus.

In den Sparten Schaden/Unfall und Krankenversicherung gingen die Beiträge und Gewinne zurück, nur in der Lebensversicherung flossen sechs Prozent mehr Prämien in die Kassen.Insgesamt sammelte die junge Gruppe 1997 knapp sieben Mrd.DM von ihren Kunden ein.Mit der Gründung des Direktversicherers Asstel will Parion jetzt auf Wachstumskurs gehen.In der Krankensparte soll sich die Berlin-Kölnische als Gesundheitsdienstleister profilieren.Anfang Juli will der Konzern eine Medi-Line einrichten, bei der die 132 000 Versicherten rund um die Uhr ärztlichen Rat bekommen.Vor Haftungsproblemen hat Parion dabei keine Angst.

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