Wirtschaft : Germania fliegt Arbeiter von Airbus

Berliner Airline gewinnt Europa-Ausschreibung

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Berlin - Die kleine unabhängige Fluggesellschaft Germania aus Berlin hat sich einen Großauftrag gesichert: Sie wird ab November den Werksverkehr des Flugzeugbauers Airbus zwischen den Standorten in Hamburg-Finkenwerder und dem südfranzösischen Toulouse übernehmen, wie Germania am Dienstag mitteilte. Die in Familienbesitz befindliche Gesellschaft mit rund 600 Mitarbeitern an acht Standorten habe sich gegen „eine Vielzahl von Mitbewerbern“ durchgesetzt, bestätigte Airbus in Hamburg, ohne Details nennen zu wollen.

Beide Seiten haben Stillschweigen über das Auftragsvolumen vereinbart. Rechnerisch hat Germania Airbus auf einen Schlag ein Kontingent von rund 400 000 Flügen zum Pauschalpreis verkauft, was recht viel ist für eine Gesellschaft, die im vergangenen Jahr insgesamt nur rund 2,2 Millionen Passagiere zu 30 Zielen beförderte. Klar ist somit, dass der zunächst für drei Jahre ausgeschriebene Vertrag Germania Planungssicherheit gibt.

Von montags bis freitags fliegt Germania zweimal täglich von Hamburg-Finkenwerder nach Toulouse in zwei Maschinen vom Typ A319 mit rund 130 Sitzplätzen. Diese hatte die Airline erst in diesem Jahr bei ihrem künftigen Kunden Airbus in Hamburg gekauft. Bisher hatte die Charterfluggesellschaft Ostfriesische Lufttransport GmbH (OLT) den AirbusWerksverkehr abgewickelt.

Die Leasing- und Charterfluggesellschaft Germania gehört zu den Kleinen im Markt, konnte sich aber in ihrer Nische behaupten. Germania war 1979 von Hinrich Bischoff in Köln gegründet worden, der 1992 den operativen und technischen Sitz nach Berlin-Tegel verlegte. 1998 gewann Germania eine Ausschreibung für den „Beamten-Shuttle“ zwischen den Regierungssitzen Bonn und Berlin. Kevin P. Hoffmann

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