Wirtschaft : Germanwings und Tuifly sprechen über Fusion

Berlin - Die Lufthansa will sich gegen ihren Konkurrenten Air Berlin wappnen. Wie aus Branchenkreisen verlautete, verhandeln der Lufthansa-Ableger Germanwings und der Hannoveraner Ferienflieger Tuifly über eine Fusion. „Das ist eine von mehreren Optionen“, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person dem Tagesspiegel am Mittwoch. Allerdings sei dies nichts, was in den nächsten Tagen anstehe. Das „Manager Magazin“ hatte zuvor vorab berichtet, Germanwings und Tuifly führten Fusionsgespräche. Sprecher von Lufthansa, Germanwings und Tuifly lehnten einen Kommentar ab.

Ziel der geheimen Gespräche ist demnach ein Zusammengehen unter Führung von Germanwings und deren Haupteignerin Lufthansa. Eine Fusion der beiden Fluggesellschaften brächte vor allem für die Tui-Tochter Vorteile, schreibt das Magazin. Die Tuifly, die Anfang 2007 aus den Tui-Ablegern HLX und Hapagfly hervorgegangen ist, habe die Erwartungen des Reisekonzerns enttäuscht. Probleme bereitete demnach unter anderem die Namenswahl. Zuletzt musste die Kapazität der deutschen Nummer drei wegen zu vieler leerer Sitze reduziert werden. Unabhängige Reiseveranstalter hätten sich abgewandt und ihre Gäste mit anderen Fluggesellschaften fliegen lassen, da sie die Neutralität nicht gewahrt sahen. Der Markenname Tuifly könne daher entfallen.

Der Wettbewerb in der Luftfahrtbranche ist derzeit besonders hart. Germanwings, eine Tochter der Fluglinie Eurowings, an der die Lufthansa zu 49 Prozent beteiligt ist, gilt an sich als erfolgreich. Aber da Air Berlin nach den Übernahmen von DBA und LTU vor kurzem auch noch den Kauf des Charterfliegers Condor ankündigte, ist der Marktführer Lufthansa unter Zugzwang geraten. Air Berlin hatte am Dienstag einen Rekordgewinn im dritten Quartal vermeldet und verbucht derzeit Monat für Monat im zweistelligen Bereich steigende Passagierzahlen. jul

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