Wirtschaft : Gerüchte um EADS-Ehe mit Rüstungsfirma Pariser Industrieminister sucht Partner für Thales

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Berlin Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS soll nach Informationen des Pariser Wirtschaftsblatts „Les Echos“ den Elektronikkonzern Thales übernehmen. Dieser Plan werde von der französischen Regierung in Abstimmung mit den deutschen Partnern vorangetrieben.

Thales erzielt mit der Ausrüstung von Flugzeugen und Schiffen einen Jahresumsatz von mehr als zehn Milliarden Euro. Das Pariser Finanzministerium bezeichnete den Zeitungsbericht als „Gerücht“, das Verteidigungsministerium lehnte eine Stellungnahme ebenso ab wie der EADS-Konzern. Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministers wollte die Informationen ebenfalls nicht kommentieren.

In Regierungskreisen wird jedoch auf das bevorstehende Treffen zur Abstimmung deutsch-französischer Industriepolitik hingewiesen, bei dem diese Thema möglicherweise zur Sprache kommen könnte. Wolfgang Clement und sein französischer Kollege Nicolas Sarkozy hatten regelmäßige Treffen vereinbart, nachdem es in der Vergangenheit immer wieder Verstimmungen zwischen Paris und Berlin gegeben hatte. Kern einer gemeinsamen Industriepolitik soll die Neuordnung der europäischen Marinewerften sein. Thales ist ein wichtiger Lieferant. Der Luftfahrtkonzern EADS hatte Interesse signalisiert, an dieser Neuordnung nach dem Airbus-Muster mitzuwirken.

Dass die Idee, Thales und die EADS zusammenzubringen, allerdings kurzfristig umgesetzt wird, bezweifeln Experten: „Rüstungsfusionen sind nicht in Tagen zu machen, dazu braucht es Jahre“, hieß es am Freitag in Industriekreisen – Industrieminister Sarkozy aber will Ende des Monats sein Amt aufgeben, um als Präsidentschaftskandidat gegen Staatspräsident Jaques Chirac antreten zu können. Außerdem müsse im Falle eines Falles außer der Bundesregierung auch der Daimler-Chrysler-Konzern als Großgesellschafter einbezogen werden. fo/uwe

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