Wirtschaft : Gesamtmetall-Chef lobt Tarifpolitik

MAGDEBURG (löb).Die Metall- und Elektroindustrie sieht sich bundesweit im Aufwind.Grund dafür seien auch die moderaten Tarifabschlüsse der vergangenen beiden Jahre, sagte Gesamtmetall-Chef Werner Stumpfe, der bei der Jahresmitgliederversammlung am Freitag in Magdeburg ohne Gegenstimme für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt wurde."Durch die wirklich zufriedenstellenden Tarifabschlüsse ist der seit mehr als fünf Jahre andauernde Arbeitsplatzabbau in unserer Branche endlich zum Stillstand gekommen", sagte Stumpfe.Von Mitte 1991 bis Mitte 1997 seien in der Metall- und Elektoindustrie mehr als eine Million und damit 25 Prozent aller Arbeitsplätze verlorengegangen."Am heutigen Tag liegt die Zahl der Arbeitslosen in unserer Branche aber um 50 000 niedriger als noch vor einem Jahr", sagte Stumpfe.Die Tarifpolitik sei damit ein erfolgreiches Beschäftigungsprogramm gewesen, weil sie neue Arbeitsplätze ermöglicht habe."Und letztlich war diese Tarifpolitik damit auch ein erfolgreiches Konjunkturprogramm, weil 50 000 neue Beschäftigte nicht nur eine Mrd.DM für die Steuer- und Sozialversicherungskassen bedeuten, sondern auf dem freien Markt auch einen Kaufkraftschub in Höhe von 2,5 Mrd.DM bringen", sagte Stumpfe.

Nach Angaben des Gesamtmetall-Chefs sind derzeit 6523 Unternehmen aus den alten und 564 aus den neuen Ländern in seinem Verband organsiert."Im Jahresdurchschnitt haben wir einen Verlust von vier Prozent", räumte Stumpfe Mitgliederschwund ein."Aber nur ein Viertel davon geht uns durch den Austritt der Firmen aus dem Verband verloren." Der überwiegende Teil gebe wegen Fusion oder Konkurs die Mitgliedschaft auf.Stumpfe deutete sehr viel Sympathie für die Vorstellungen des IG-Metall-Vize Walter Riester zur Flexibilisierung der Arbeitszeit an."Allerdings", so der Arbeitgeberchef, "kann das nicht nur eine Angelegenheit der Tarifpartner bleiben." Stumpfe führte das Beispiel eines Arbeitnehmers an, der über mehr als ein halbes Jahre 175 Prozent der tariflichen Arbeitszeit leiste."Wenn dessen Betrieb Konkurs geht, kann der diese Mehrarbeit ja nicht mehr kompensieren", so Stumpfe.Für solche Leute müßten Regelungen gefunden werden."

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