Wirtschaft : Gesamtmetall und DAG wollen Euro-Tarifvertrag

KÖLN (dpa/rtr).Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall hat auch mit der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft (DAG) einen Tarifvertrag zum Euro vereinbart.Dies teilten die Tarifparteien am Dienstag nach einem Spitzengespräch in Köln mit.Vor drei Wochen hatte Gesamtmetall bereits mit der IG Metall die Umstellung der Löhne und Gehälter in der Metall- und Elektroindustrie (M+E) auf den Euro tariflich geregelt.Mit Blick auf die jüngsten Äußerungen des SPD-Kanzlerkandidaten Gerhard Schröder betonten DAG und Gesamtmetall, daß der derzeitige Wirtschaftsaufschwung vor allem Verdienst der "vernünftigen Tarifpolitik" der vergangenen Jahre sei.Schröder hatte dagegen erklärt: "Der Aufschwung, den wir jetzt haben, ist mein Aufschwung."

DAG und Gesamtmetall appellierten an Schulabgänger, sich über die Ausbildungsangebote in der Branche zu informieren.Sie habe die Zahl ihrer neu abgeschlossenen Lehrverträge 1997 um zehn Prozent gesteigert.Besorgt äußerten sich die Tarifparteien zum Rückgang der Ingenieurausbildung vor allem im Maschinenbau und der Elektrotechnik.DAG und Gesamtmetall bekannten sich zu einer inhaltlichen Reform der Tarifverträge und wollen ihre Gespräche fortsetzen.Die DAG vertritt etwa 50 000 Angestellte in der Metall- und Elektroindustrie, in der insgesamt 3,46 Millionen Menschen beschäftigt sind.

Ferner wollen Gesamtmetall und DAG künftig mehr Rücksicht auf betriebliche und regionale Unterschiede nehmen.Beide bekräftigten den Wunsch nach einer entsprechenden Reform des Flächentarifvertrags.Nach einer von Gesamtmetall verbreiteten Erklärung soll in weiteren Treffen über die Schaffung neuer Stellen im Technologie- und Dienstleistungsbereich beraten werden.Während eines ähnlichen Treffens Ende Juni hatten sich IG Metall und Gesamtmetall auf eine Tarifreform verständigt.Geprüft werden soll, ob für industrienahe Dienstleistungen, die innerhalb und außerhalb der klassischen Industrieunternehmen entstehen, besondere Tariflösungen notwendig und sinnvoll sind.Die Schaffung von Arbeitsplätzen im Technologie- und Dienstleistungsbereich müsse "forciert werden".Als Schlüsselaufgabe der Betriebe wird von Arbeitgebern und Gewerkschaft die berufliche Bildung angesehen.Der Ausbildung wollen auch die Tarifparteien größere Aufmerksamkeit widmen.

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