Wirtschaft : Gesamtmetall zieht an den Leipziger Platz

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Berlin (alf). Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall baut seinen neuen Sitz in der Voßstraße in Mitte, direkt neben dem Leipziger Platz. In dieser Woche werde eine Absichtserklärung über den Grundstückserwerb unterzeichnet, die Bauarbeiten sollen so bald wie möglich beginnen, sagte Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Hans Werner Busch am Montag dem Tagesspiegel. Als Bezugstermin wird der Herbst 2003 angepeilt. Bislang sitzt der Verband mit seinen 35 Mitarbeitern in Köln. In Folge des Regierungsumzugs und der Verlagerung der wichtigsten Wirtschaftsverbände war auch für Gesamtmetall der Umzug an die Spree nur eine Frage der Zeit. In der Voßstraße will der Verband „einen kleinen zweistelligen Millionenbetrag“ investieren, wie Busch sagt. Insgesamt würden rund 2500 Quadratmeter Bürofläche geschaffen. Der Umzug soll spätestens Ende 2003 gelaufen sein, da dann die Ressourcen des Verbandes für die nächste Tarifrunde mit der IG Metall gebraucht werden.

Mit der Verlagerung nach Berlin kehrt der Verband zurück zu seinen Ursprüngen, denn hier gründeten 1890 die Vertreter von fünf Metallverbänden aus Berlin, Braunschweig, Hannover, Leipzig und Magdeburg den „Verband Deutscher Metallindustrieller“. Das Bestreben, die Metallindustrie zu einigen, fand wenig später in dem n „Gesamtverband Deutscher Metallindustrieller“ oder Gesamtmetall seinen Ausdruck. Eines der wesentlichen Ziele der neuen Organisation war die Abwehr von Streiks. Knapp 30 Jahre später, 1918, gab es die gegenseitige Anerkennung von Arbeitgebern und Gewerkschaften und ihrer Koalitionsfreiheit. Damals wurden die Grundlagen für die Tarifautonomie gelegt. Nach der Selbstauflösung des Verbands unter den Nazis gab es 1949 die Neugründung des Gesamtverbandes mit Sitz in Wiesbaden und später in Köln. Im Herbst 1990 schlossen sich die vier neuen ostdeutschen Metallverbände Gesamtmetall an.

Für den neuen Standort in der Voßstraße in Mitte sprechen laut Hauptgeschäftsführer Busch folgende Punkte: Die gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln, die Nähe zu Regierungsstellen und Medien sowie die kurzen Wege zu den Dachverbänden der deutschen Wirtschaft, dem Bundesverband der deutschen Industrie, der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände und dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag.

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