Wirtschaft : Geschäft könnte gegen deutschen Übernahmekodex verstoßen

dri/pos

Die Mannesmann AG verhandelt mit dem Medienkonzern Bertelsmann und dem US-Onlinedienst AOL über einen Einstieg bei AOL Europe. Wie das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen in den USA erfuhr, könnte Mannesmann für 7,5 Milliarden Euro ein Drittel der Anteile an dem europäischen Online-Dienst von AOL und Bertelsmann übernehmen und damit Zugang zu Inhalten für die eigenen E-Commerce-Aktivitäten bekommen. Eine andere Variante in den Gesprächen, die Mannesmann-Vorstandsvorsitzender Klaus Esser und Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff dem Vernehmen nach kürzlich in New York geführt haben, sieht einen vollständigen Verkauf der Bertelsmann-Anteile an Mannesmann vor. Offiziell wollte keines der Unternehmen zu dem Vorgang Stellung nehmen.

Bis zum 7. Februar läuft noch das feindliche Übernahmeangebot von Vodafone an die Mannesmann-Aktionäre, ihre Titel gegen Vodafone-Aktien zu tauschen. Die Offerte würde vermutlich durch den Zukauf einer größeren AOL-Europe-Beteiligung unattraktiv für die Mannesmann-Aktionäre. Daher könnte ein derartiges Geschäft vor dem 7. Februar gegen den - unverbindlichen und in seiner Interpretation umstrittenen - deutschen Übernahmekodex verstoßen. Darin steht, dass die Zielgesellschaft eines Übernahmeangebotes während der Angebotsfrist nichts tun darf, was das Angebot unattraktiver machen könnten. Dazu könnten Akquisitionen zählen. Mannesmann gab unterdessen die Gründung von zwei kleineren Internet-Joint-Ventures mit dem französischen Softwarehaus Cap Gemini bekannt.

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