Wirtschaft : Geschäftsideen rund ums Internet und neue Börsengänge sollen Aktienkurs stützen

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Jürgen Schrempp geht in die Offensive. Der DaimlerChrysler-Chef will dem dahin dümpelden Aktienkurs seines Unternehmens nicht mehr weiter zusehen und den Kurs der Aktie mit neuen Börsengängen stützen. "Wir werden zeigen, wie man das Internet im Automobilunternehmen erfolgreich anwenden kann - und einige dieser Anwendungen an die Börse bringen", sagte er in einem Interview mit der "Bildzeitung".

Schrempp denkt dabei zum Beispiel an den Internet-Marktplatz, den der deutsch-amerikanische Autobauer gemeinsam mit Ford, General Motors, Renault und Nissan betreiben will. Noch wird der Zusammenschluss von der US-Kartellbehörde geprüft, doch DaimlerChrysler ist zuversichtlich, schon in diesem Jahr den Betrieb mit dem Internet-Marktplatz aufnehmen zu können, sagt Konzernsprecher Michael Pfister. Der Börsengang dürfte dann nicht mehr lange auf sich warten lassen. Doch damit nicht genug: Auch für andere Verkaufs- und Service-Unternehmen rund ums Auto ist ein Going-Public geplant. "Die Dienstleistungstochter Debis ist aber ausdrücklich nicht gemeint", stellt Pfister klar. Es gehe vielmehr darum, neue Geschäftsideen etwa im E-Commerce aufzugreifen, schnell weiter zu entwickeln und an den Neuen Markt oder die US-Technologiebörse Nasdaq zu bringen.

Jürgen Schrempp will DaimlerChrysler offenbar nicht nur als weltumspannenden Automobil-Koloss der Old Economy darstellen, sondern als dynamischen Dienstleister, der ebenfalls aus den neuen Techniken der New Economy seinen Nutzen zieht. Durch die Börsengänge will er zeigen, wie auch DaimlerChrysler das Internet-Zeitalter nutzt und Geld in die Kasse bekommt und den Unternehmenswert weiter steigert.

Denn bisher scheint sich der Unternehmenswert nicht im Aktienkurs widerzuspiegeln. Ganz im Gegenteil. Seit gut einem Jahr ist die Aktie von annähernd 90 auf rund 60 Euro gefallen. "Im Vergleich zum Dax sind das etwa 45 Prozent", sagt Christian Breitsprecher, Auto-Analyst bei der Deutschen Bank in Frankfurt (Main). Seiner Meinung nach werden aber auch die Börsengänge kleiner Tochterunternehmen der Aktie nur ein bißchen helfen. "Den großen Sprung nach vorne wird es nicht bringen", da ist sich der Experte sicher. Darüber entscheide immer noch der Automobilmarkt. Und der habe sich für DaimlerChrysler vor allem in den USA nicht sehr positiv entwickelt. Der harte Preiswettbewerb auf dem US-Markt habe die Margen auf diesem für den Konzern sehr wichtigen Markt 1999 stark zusammenschrumpfen lassen. Und auch in diesem Jahr sieht es nicht viel besser aus: Noch habe Chrysler die Modellumstellung bei Minivans noch vor sich.

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