Geschäftsklima : Unternehmen verlieren die Zuversicht

Dass die Stimmung in der deutschen Wirtschaft nicht rosig ist, hatten Experten erwartet. Doch dass die Unternehmen ihre Lage so negativ einschätzen, wie der Ifo-Geschäftsklimaindex nun verdeutlicht, überrascht. Anlass zur Sorge gibt vor allem der Blick in die Zukunft.

Hans-Werner Sinn
Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. -Foto: dpa

MünchenDie Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im August überraschend deutlich eingetrübt. Der Geschäftsklimaindex fiel von 97,5 Punkten im Vormonat auf 94,8 Punkte, wie das Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) in München mitteilt. Viele Experten hatten lediglich mit einer leichten Negativentwicklung des Konjunkturbarometers gerechnet. Es ist der dritte Rückgang in Folge.

Sowohl die Einschätzungen zur gegenwärtigen Wirtschaftslage als auch zu den Aussichten für die kommenden sechs Monate verschlechterten sich spürbar. Der Teilindex zur Beurteilung der aktuellen Geschäftslage verschlechterte sich von 105,6 auf 103,2 Punkte. Die Komponente für die Geschäftserwartungen nahm von 89,9 auf 87,0 Zähler ab. Das ist der niedrigste Wert seit Februar 1993. "Die deutsche Wirtschaft gerät damit zunehmend in konjunkturell schwieriges Fahrwasser", kommentiert Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Der Geschäftsklimaindex wird monatlich unter rund 7000 Unternehmen erhoben. Er gilt als wichtigster Frühindikator der deutschen Wirtschaft. (sf/dpa/ddp)

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