Geschäftszahlen : Die Börse freut sich über Henkel

Der Konsumgüterkonzern Henkel hat zum Jahresende die rasante Talfahrt seiner kriselnden Klebstoffsparte fast gestoppt und das Jahr 2009 damit ohne größere Schrammen überstanden.

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Rotes Logo, schwarze Zahlen. Waschmittel und Kosmetik liefen gut. -Foto: dpa

Düsseldorf - Im laufenden Jahr will der Hersteller von Pritt und Persil beim Umsatz stärker abschneiden als seine Wettbewerber – und profitabler arbeiten. Dank des Schlussspurts von Oktober bis Dezember „konnte Henkel das Rezessionsjahr 2009 insgesamt besser abschließen als vorhergesehen“ und die Erwartungen der Analysten deutlich übertreffen, bilanzierte der Düsseldorfer Konzern.

In der von der Wirtschaftskrise besonders schwer getroffenen Industrie- und Klebstoffsparte, die fast die Hälfte der Konzernumsätze erwirtschaftet, konnte der Rückgang der Erlöse deutlich gebremst werden. Der Spartenumsatz sank im vierten Quartal von knapp 1,7 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf zuletzt 1,5 Milliarden Euro, das operative Ergebnis gab von 147 Millionen auf 59 Millionen Euro nach. Organisch – also bereinigt um Wechselkurseffekte und Verkäufe – sank der Umsatz immerhin noch um 0,7 Prozent, damit aber deutlich weniger als in der Vergangenheit. Im zweiten Quartal hatte noch ein Minus von 15,4 Prozent in den Büchern gestanden. Die Sparte beliefert besonders von der Krise betroffene Branchen wie die Auto-, Bau- oder Elektroindustrie.

Bei Waschmitteln und Kosmetika erwirtschaftete Henkel im vierten Quartal fast stabile Umsätze und Ergebnisse. Im gesamten Konzern sank der Umsatz damit von 3,5 Milliarden auf 3,3 Milliarden Euro. Organisch registrierte Henkel ein Umsatzplus von 0,6 Prozent. Die Konsumgüterhersteller Procter & Gamble und Colgate-Palmolive hatten zum Jahresende höhere Umsätze verbucht.

Für das Gesamtjahr steht nun nach vorläufigen Zahlen ein Umsatzrückgang um 3,5 Prozent auf 13,6 Milliarden Euro in den Büchern. Auch deutsche Konkurrenten wie Beiersdorf hatten 2009 Federn lassen müssen. Das operative Ergebnis legte bei Henkel auch dank eines rigiden Sparkurses von 779 Millionen auf knapp 1,1 Milliarden Euro zu.

Für das laufende Jahr erwartet der Konzern beim um Sondereinflüsse bereinigten Ergebnis „eine spürbare Verbesserung“ gegenüber dem Wert des abgelaufenen Geschäftsjahres. Eine konkrete Prognose für 2009 hatte Henkel-Chef Kasper Rorsted wegen der wirtschaftlichen Unsicherheiten nicht vorgelegt. Der Konzern hatte zum Jahresende ein rigides Sparprogramm abgeschlossen, das den Abbau von rund 3000 Stellen umfasste. Weitere Stellenstreichungen hatte Rorsted in der Vergangenheit nicht ausgeschlossen.

Die überraschend soliden Geschäftszahlen für 2009 und die Ankündigung höherer Profite im laufenden Jahr haben die Anleger am Freitag zum Kauf von Henkel-Aktien animiert. Die Vorzugspapiere des Düsseldorfer Konsumgüterkonzerns legten am Vormittag zeitweise um mehr als vier Prozent zu und waren damit stärkster Gewinner im Börsenindex Dax. „Henkel hat einmal mehr die bereits hohen Erwartungen übertroffen“, urteilte Analyst Mark Christensen von Morgan Stanley. rtr

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