Wirtschaft : Geschi-Öfen bleiben an

Noch kein Konkursantrag gestellt / Vier Betriebe mit Chancen

BERLIN (dpa).Für vier Betriebe der vom Konkurs bedrohten Unternehmensgruppe des Berliner Großbäckers Horst Schiesser gibt es möglicherweise Überlebenschancen.Er werde daher vorerst keinen Konkursantrag stellen, sondern die gesetzlichen Fristen für Rettungsversuche ausnutzen, sagte der neue Geschäftsführer der Geschi-Brot Schiesser & Sohn GmbH, Berlin, Uwe Berlo, am Montag in Berlin.Optimistisch sei er für die ostdeutsche Burger Knäcke GmbH, Burg, und die Lausitzer Backwaren GmbH, Bischofswerda.Begrenzten Optimismus gebe es für die Harz Bäckerei GmbH in Wernigerode und die 2x2 Beckamp GmbH in Wuppertal.Bischofswerda werde sich an einer Aldi-Ausschreibung für die Kuchenbelieferung beteiligen.Bei Wernigerode bestehe der Aldi-Lieferauftrag noch bis Ende August. Eher pessimistisch sehe er die Situation der Ost-Berliner City Back GmbH, sagte Uwe Berlo.Berlins Wirtschaftssenator Elmar Pieroth lehnte im Inforadio Berlin-Brandenburg ein direktes Eingreifen des Senats ab."Man kann möglicherweise ein Überbrüêkungsdarlehen geben, aber eine Landesregierung kann nicht jedes Unternehmen retten".Die Geschi-Brot Dinklage GmbH liege nicht mehr in seiner Hand, sagte Berlo.Dort sei Gesamtvollstreckung verfügt und ein staatlicher Zwangsverwalter eingesetzt.Grande in Schleswig-Holstein habe zwar bis zuletzt produziert und Gewinn erwirtschaftet.Die Lage sei aber schwierig, weil der Betrieb nicht eigenständig, sondern im Gesamtkonzern verwoben sei. Berlo sagte, er bemühe sich, die Unternehmen zu entflechten und lebensfähige Einheiten zu schaffen.Die Entscheidung über einen Konkursantrag müsse für die Geschi-Gruppe bis zum 26.August und für die anderen Betriebe bis zum 1.September fallen.Wenn Produktionsstätten veräußert werden müßten, dann solle dies mit der Forderung auf Erhalt von Arbeitsplätzen verbunden werden."Ich werde nicht jetzt durch einen schnellen Konkursantrag und die Entlassung von Mitarbeitern quasi Vermögenswerte so entschulden, daß keine Arbeitsplätze mehr daran gebunden sind", sagte Berlo.Durch die Krise der Schiesser-Gruppe sind 800 Arbeitsplätze bedroht. Aufgrund eines Übermittlungsfehlers wurde am Freitag in unserem Bereicht von einem dreistelligen Millionengewinn bei Burger Knäcke berichtet.Tatsächlich wird jedoch nur ein Gewinn im Hunderttausender-Bereich erwartet.

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