Geschwindigkeit ist alles : Auf der Ifa ist alles mit allem vernetzt

Noch immer ist das Internet der Dinge der Trend schlechthin bei Elektronik und Haushaltsgeräten. Ohne extrem schnelle Zugänge zum Netz wird das aber nicht gehen.

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Buntes Durcheinander. Ohne Vernetzung geht heute nichts mehr. Allerdings fehlt es noch an einem einheitlichen Standard, auf dem Haushaltsgeräte miteinander kommunizieren können.
Buntes Durcheinander. Ohne Vernetzung geht heute nichts mehr. Allerdings fehlt es noch an einem einheitlichen Standard, auf dem...Foto: dpa

Noch schneller ins Netz. Im Wettbewerb um die schnellsten Internetanschlüsse prescht Kabel Deutschland vor. Zur Internationalen Funkausstellung kündigt das zu Vodafone gehörende Unternehmen an, die Höchstgeschwindigkeit in seinem Netz auf 200 Megabit pro Sekunde (MBit/s) zu erhöhen. So kann man Daten zügiger aus dem Netz herunterladen, was besonders bei Video-Inhalten wichtig ist. Ab November können die ersten Kunden die superschnellen Anschlüsse buchen. „Bis Mitte 2015 werden drei Millionen Kabelhaushalte das neue Hochgeschwindigkeitsangebot nutzen können“, sagte der Geschäftsführer von Vodafone Deutschland, Jens Schulte- Bockum, am Donnerstag in Berlin. Bisher bot der Kabelnetzbetreiber Unitymedia die schnellsten Anschlüsse mit bis zu 150 Megabit pro Sekunde. Doch das wird nicht das Ende sein. Telekom-Deutschlandchef Niek Jan van Damme hatte bereits im Tagesspiegel-Interview angekündigt: „Auf der Ifa in Berlin werden wir den Startschuss für LTE mit bis zu 300 Megabit pro Sekunde geben.“

Am Donnerstagabend wurde die Ifa mit einer festlichen Gala eröffnet. Sechs Tage lang stehen die Hallen unterm Funkturm nun ganz im Zeichen innovativer Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräte. Leistungsfähige Netze sind dabei eine wichtige Voraussetzung für fast alle Produkte, die in diesem Jahr gezeigt werden. Denn bei der Vernetzung geht es um weit mehr als Computer und Smartphones. Auch fast alle Fernseher und immer mehr Hausgeräte werden vernetzt.

Darin sieht auch der Traditionshersteller Loewe seine Chance für die Zukunft. Loewe wolle tiefer ins Geschäft mit Heimvernetzung vorstoßen, sagte der neue Chef und Miteigentümer Mark Hüsges auf der Ifa. Das 1923 gegründete Unternehmen hatte 2013 nach hohen Verlusten einen Insolvenzantrag gestellt. Hüsges und sein Geschäftspartner Boris Levin hatten Loewe im Frühjahr über ihre Investmentfirma Stargate Capital übernommen und der Firma so einen Neuanfang beschert. Die Modelle, die Loewe nun auf der Ifa zeigt, können unter anderem vom Smartphone aus gesteuert werden und das TV-Bild an ein Tablet weitergeben. Loewe hat unter anderem China als neuen Absatzmarkt entdeckt. Ende des Jahres soll es dort sieben Geschäfte als „Loewe-Galerien“ geben. Die Partnerschaft mit dem chinesischen Hersteller Hisense erlaube Loewe unter anderem einen günstigeren Zugang zu Bauteilen, sagte Hüsges. Mit Hisense will man eine gemeinsame technische Plattform entwickeln, ohne dabei den Fokus auf das gehobene Premium-Segment zu verlieren.

Auch die ARD kann sich dem Vernetzungstrend nicht entziehen. Sie präsentierte am Donnerstag die digitale Fernsteuerung „ARD.connect“. So kann der Internet-Fernsehdienst HbbTV künftig auch über Smartphones und Tablet-PCs gesteuert werden. HbbTV steht für „Hybrid broadcast broadband TV“ und bezeichnet einen Dienst für Fernseher, die an das Internet angeschlossen sind. Mit HbbTV kann man Inhalte aus den Mediatheken abrufen und Zusatzinformationen zum Programm ähnlich wie beim Videotext anzeigen lassen. Der HbbTV-Standard ist in Deutschland inzwischen in nahezu jedem Smart-TV integriert.

Vernetzung ist in der Musikindustrie zwar schon lange nichts Neues mehr, dennoch gibt es neue Angebote: Der Musikdienst Spotify geht eine Partnerschaft mit den Geräteherstellern Bose und Panasonic ein. Sie öffnen ihre Technik für das Angebot Spotify Connect, bei dem sich die Lautsprecher direkt mit dem Musikdienst verbinden und das Smartphone als Fernbedienung dient. Das soll für eine bessere Qualität sorgen und den Akku des Handys schonen. Bei Spotify werden Songs direkt aus dem Netz abgespielt.

Nachdem Samsung, Sony und Asus bereits am Vortag ihre neuen Computeruhren vorgestellt haben, folgte nun LG Electronics und präsentierte seine neue Smartwatch „LG G Watch R“, die einen runden Bildschirm hat. Branchenbeobachter sehen großes Potenzial für den noch jungen Markt der „Wearables“. Das sind digitale Geräte, die man nah am Körper trägt, also quasi anzieht.

All die Vernetzung muss natürlich auch bezahlt werden. Vodafone stellte auch ein Tarif-Paket vor, das erstmals Hochgeschwindigkeitszugänge von 100 Megabit pro Sekunde im Festnetz und ein Mobilfunk-Angebot kombiniert. Dafür verlangt Vodafone im ersten Jahr 59 Euro pro Monat, danach sind es dann 79 Euro pro Monat. Am heutigen Freitag wird die Telekom ihr Angebot vorstellen. mit dpa

IDEENBÖRSE

Ifa TecWatch präsentiert in Halle 11.1 die Technologien für die Märkte von morgen. Hier finden sie unter anderem Produkte aus dem 3-D-Drucker und Ideen für nachhaltige Mobilität.

FITNESS UND AKTIVITÄT

„Wearable Devices“, mobile Geräte, die körpernah getragen werden und mit Sensoren und Displays ausgerüstet sind, werden im neuen Ausstellungsbereich in Halle 9 präsentiert.

MODERNER HAUSHALT

Die Welt der Hausgeräte präsentieren Hersteller wie AEG, Bosch, Miele, Siemens und andere in den Hallen 1 bis 4. Neu dabei: Bauknecht finden Sie in Halle 7.

NEUES IM WÜRFEL
Zum ersten Mal ist in diesem Jahr auch der neue Citycube Teil der Messe. Hier präsentiert der südkoreanische Hersteller Samsung Waschmaschinen mit Internetanschluss und gebogene Fernseher.

APPLES WELT

In der iZone in den Hallen 13 bis 15 präsentieren erneut Software- und App- Hersteller sowie Händler und Zubehöranbieter alles rund um die Produktwelt von Mac, iTech und Apps.

FERNSEHEN LIVE

Während der Ifa präsentiert sich die ARD mit viel Prominenz, Information und Unterhaltung in Halle 2.2. Die Sendungen „ARD-Mittagsmagazin“ und „ARD-Buffet“ kommen live von hier.

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