Wirtschaft : Gespräche über die Zukunft der Berliner Genossenschaftsbanken

BERLIN (uwe/jhw).Über die Finanzkrise der Berliner Genossenschaftsbanken haben am Donnerstag Vertreter des Bundesverbands der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) und der betroffenen Institute gesprochen.Der gesamte Vorstand des BVR hielt sich in Berlin auf, weil eine Unterredung im Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen angesetzt war.Dabei handelte es sich um ein "Routinegespräch", das einmal im Jahr im Bundesaufsichtsamt stattfinde, wie das BVR mitteilte.Über die Inhalte wurde nichts bekanntgegeben.Im Bundesaufsichtsamt waren keine Vertreter der Berliner Institute, der Berliner Volksbank und der Grundkreditbank, anwesend.

Die Grundkreditbank ist durch Immobilien-Geschäfte in tiefe Schwierigkeiten geraten und seit Jahren auf Hilfen der Sicherungseinrichtungen des BVR angewiesen.Bisher hat sie nach Angaben von Vorstandschef Karl Kauermann über 500 Mill.DM erhalten, die sie in den nächsten Jahren zurückzahlen muß.

Die Genossenschaftsbanken in Berlin und Brandenburg mußten ihre Risikovorsorge deutlich nach oben korrigieren - unter anderem, um die vervierfachten Pflichteinlagen in den Risikosicherungsfonds aufzubringen.Hatten die Genossenschaftsbanken des nordostdeutschen Raums bisher nur 0,5 Promille ihres Gesamtkreditvolumens in den Risikofonds einzahlen müssen, sind es jetzt zwei Promille.

Für die größte deutsche Genossenschaftsbank, die Berliner Volksbank, mit einem Kreditvolumen von acht Mrd.DM heißt das, daß sie statt vier Mill.DM plötzlich 16 Mill.DM einzahlt.Mit der aktuellen Erhöhung der Pflichteinlage aber ist das Ende der Fahnenstange erreicht: Zwei Promille des Kreditvolumens sind satzungsgemäß die höchstmögliche Umlage.

In der vorigen Woche hatte Grundkreditbank-Chef Kauermann bekanntgegeben, sein Institut befinde sich auf Sanierungskurs.Zugleich hatte er erneut die Fusion mit der Volksbank als überlebensnotwendig bezeichnet.Volksbank-Chef Ulrich Misgeld hat bisher stets vor einer schnellen Fusion gewarnt.

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