Gesundheitsreport 2014 : Eltern fühlen sich nicht gestresster als Kinderlose

Das Leben zwischen Nuckelflasche und Arbeitsplatz ist für junge Eltern kein Zuckerschlecken. Eine Krankenkassen-Studie kommt aber zu dem überraschenden Ergebnis, dass Elternschaft nicht mehr stresst als ein reines Leben für die Karriere. Nachteile gibt es trotzdem.

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Zwischen Kind und Karriere reibt sich mancher in der "Rushhour des Lebens" auf.
Zwischen Kind und Karriere reibt sich mancher in der "Rushhour des Lebens" auf.Foto: dpa

Die Liebe des Lebens finden, Kinder bekommen und Karriere machen – all das sollen Frauen und Männer zwischen 25 und 40 Jahren schaffen. Die Rushhour des Lebens bedeutet Überforderung, Selbstzweifel und hohen Druck. Kinder scheinen den aber nicht zu erhöhen: Der aktuelle DAK-Gesundheitsreport kommt zu dem Ergebnis, dass sich Eltern nicht gestresster fühlen als kinderlose Erwachsene.

Karriere mit oder ohne Kinder

Nach dem Bericht der Krankenkasse sehen sich ein Fünftel der befragten Frauen und rund 17 Prozent der Männer dauerhaft unter Stress, unabhängig davon, ob sie Kinder haben oder nicht. Trotzdem plagen sie unterschiedliche Sorgen. Von den Müttern gab rund die Hälfte an, dass sie ohne Kinder erfolgreicher im Beruf wären, und 61 Prozent sagten, dass sie nicht genug Zeit für sich hätten. Mehr als die Hälfte der Frauen ohne Kinder stellte hingegen die eigene Balance zwischen Job und Privatleben infrage. Ein Problem, das von den Frauen mit einem Sohn oder einer Tochter nur 43 Prozent schilderten.

Ähnliche Trends gab es bei den Männern: Während 54 Prozent der Erwerbstätigen mit Kind angaben, dass sie wenig Raum für sich allein hätten, stimmten 43 Prozent der kinderlosen Männer dieser Aussage zu. Außerdem haben 41 Prozent der Väter das Gefühl, die Partnerschaft zu vernachlässigen. Diese Befürchtung teilten 27 Prozent der Kinderlosen. Was das Leben der Eltern etwas erleichtern würde: Sie wünschen sich neben den Möglichkeiten zu Teilzeit und Gleitzeit vor allem Betriebskindergärten und Rücksicht, wenn Termine am Arbeitsplatz geplant würden.

Eltern leben laut Report ungesünder

Trotz ihrer Mehrfachbelastung sind die 30- bis 40-Jährigen nicht öfter krank als andere Altersgruppen. Dies dürfe nach den Worten von DAK-Vorstandschef Herbert Rebscher aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich erste Ansätze für chronische Krankheiten bilden könnten. Das häufigste Leiden seien Rückenschmerzen, gefolgt von Bluthochdruck und Depressionen. Zudem wird in dem Report deutlich, dass Mütter und Väter weniger Zeit für Schlaf und Sport haben als Erwerbstätige ohne Kinder. Eltern allerdings rauchen seltener und trinken weniger Alkohol.

Grundsätzlich wünscht sich der Großteil der 3000 Befragten Karriere und Kinder. Doch fast ein Fünftel der Männer und mehr als ein Drittel der Frauen zweifelt an der Vereinbarkeit. „Die Folge ist, dass viele die Familienplanung aufschieben, bis sie an ihre natürliche Grenze stoßen“, sagt Rebscher. Nicht selten bleibt ihr Wunsch nach einer Familie dadurch unerfüllt.

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