Gesundheitswirtschaft und Internet : Auf der Messe Conhit präsentieren Unternehmen ihre Innovationen

Die Gesundheitsbranche wird immer digitaler. Neue Produkte verändern die Arbeit von Mediziner, Pflegern und Patienten, wie die Messe Conhit unter dem Funkturm zeigt.

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Kontaktaufnahme. Viele Unternehmen nutzen die Conhit zum Netzwerken und für Geschäftsabschlüsse.
Kontaktaufnahme. Viele Unternehmen nutzen die Conhit zum Netzwerken und für Geschäftsabschlüsse.Foto: promo

Monitore, Tablets, Handys, Software und Apps: Geräte und Anwendungen mit Verbindung ins Internet erobern sukzessive auch die Gesundheitswirtschaft. Wie das Netz die Arbeit von Ärzten, Krankenschwestern, von pflegendem Personal und Patienten verändert und welche Innovationen die Industrie daraus abgeleitet hat, zeigt derzeit die Fach- und Besuchermesse Connecting Healthcare IT (Conhit) unter dem Berliner Funkturm.

Fast 400 Firmen stellen auf der Messe ihre Produkte vor

Dass das Thema Internet für den Wirtschaftszweig immer wichtiger wird, veranschaulicht allein die Zahl der Unternehmen, die sich in diesem Jahr als Aussteller zur Conhit angemeldet haben: Fast 400 Firmen aus dem In- und Ausland sind 2015 mit dabei. Neben einer Industrieschau in mehreren Hallen bietet die Veranstaltung auch einen dreitägigen Kongress mit renommierten Gastrednern und diversen Workshops.

Start-ups nutzen die Veranstaltung zum Netzwerken

Besonders für Start-ups bietet die Messe reichlich Gelegenheit, neue Produkte vorzustellen und mit potenziellen Geschäftspartnern ins Gespräch zu kommen. Die Berliner Firma Doc Cirrus zum Beispiel präsentiert auf der Conhit eine webbasierte Software für die Dokumentation und Auswertung von Patientendaten in Arztpraxen. Mithilfe der Plattform können Mediziner außerdem ihre Termine verwalten und Abrechnungen erstellen. „Der Patient kann auf seine komplette Krankenakte zugreifen, wenn beide Seiten das wünschen“, sagt Doc-Cirrus-Vertriebschef Phillipp Butscher. Je nach Konfiguration erinnert die Anwendung per SMS auch an anstehende Vorsorgeuntersuchungen beim Doktor oder benachrichtigt Patienten, wenn beim Arzt wider Erwarten ein Termin frei wird. Für Ärzte bietet das System laut Butscher vor allem den Vorteil, dass es nicht erst auf einem oder mehreren Rechnern installiert werden müsse – alle Daten werden lokal gespeichert und sind von jedem Ort der Welt abrufbar.

Infotainment für Patienten ist für die Kliniken interessant

Die Produkte der Firma Arbor aus Taiwan nutzen das Internet dagegen als Unterhaltungs- und Informationsplattform für Mediziner und Patienten. Das HTab beispielsweise gleicht vom äußeren Erscheinungsbild einem Tablet. Ein Touchscreen, der wahlweise auf einem Fuß mit Schwenkarm installiert ist oder an Tisch oder Bett montiert werden kann, ermöglicht Bettlägrigen nicht nur dauerhaften Zugang ins Internet, sondern lässt sie auch auf Fernseher und Radio und dergleichen zugreifen. Wem das nicht genügt, der kann über den klinikeigenen Server außerdem Spielfilme und Videogames auf seinen Bildschirm laden. Die Plattform kann zusätzlich auch mit Patientendaten bestückt werden, auf die der behandelnde Arzt nach der Autorisierung per Chipkarte Zugriff erhält.

Viele Produkte drehen sich um Patientendaten

Seit einiger Zeit müssen die Gesundheitskarten der Krankenkassen mit einem Foto des oder der Versicherten bestückt sein. Das Berliner Start-up Eportrait hat daraus eine Geschäftsidee entwickelt und bietet seit 2011 eine Plattform für die kundenfreundliche Aufnahme und Übertragung von Fotos an. Versicherte müssen ihr Bild nun nicht mehr per Post verschicken oder in einem Kundenbüro der Kassen persönlich abgeben, sondern können sich auf der Plattform selbst fotografieren und das Bild unmittelbar an die zuständige Stelle ihrer Krankenkasse verschicken. Für die Kassen verringert sich laut Eportrait-Vertriebschefin Katrin Kästner dadurch vor allem der Arbeitsaufwand: Sie erhalten Fotos nur noch digital und in einer Größe und können die Bilder mit geringem Aufwand den Daten des Versicherten zuordnen.

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