Wirtschaft : Geteilte Konjunktur im Handwerk

Westdeutsche Betriebe blicken optimistischer in die Zukunft / Umfrage der Vereine Creditreform BERLIN (kö).Während in den alten Bundesländern die Handwerker sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Zukunftserwartungen besser als vor einem Jahr bewerten, sehen die ostdeutschen Betriebe ihre Aussichten für 1998 deutlich negativer als 1997.Dies ist das Fazit einer aktuellen Umfrage des Verbandes der Vereine Creditreform e.V.unter rund 4000 Handwerksbetriebe in Deutschland.So zeigt die Auftragssituation im Westen eine Festigung: Die mangelhaften Nennungen zum Auftragsbestand sind von 20,4 auf 16,1 Prozent reduziert worden.Ganz anders sieht das beim Handwerk in den neuen Bundesländern aus: Sprachen im Vorjahr noch 30,6 Prozent der Befragten von einer sehr guten und guten Auftragslage, so sind es 1998 zum Ende des Winters nur noch 24,1 Prozent.25,1 Prozent der ostdeutschen Handewerksbetriebe bezeichnen ihre akturelle Auftragslage als mangelhaft und ungenügend (1997: 21,7 Prozent).In diesem Jahr rechnen 34,3 Prozent (1997: 29,2 Prozent) der Handwerksbetriebe im Westen mit Umsatzrückgängen, im Osten sind es 37,9 Prozent (1997: 25,9).41,7 Prozent der ostdeutschen Handwerker sehen sich künftig zu Preissenkungen gezwungen.Im Westen liegt diese Zahl bei 31 Prozent.Impulse für den Arbeitsmarkt sind vom deutschen Handwerk kaum zu erwarten.50,7 Prozent der westdeutschen Handwerker (Vorjahr: 39,4) und 42,8 Prozent der befragten Betriebe im Osten (Vorjahr: 40 Prozent) planen Personalreduzierungen.1997 wurden 100 000 Arbeitsplätze im Handwerk gestrichen.Die weitere konjunkturelle Entwicklung wird vom westdeutschen Handwerk vorsichtig optimistisch gesehen; die Handwerker im Osten Deutschlands sind sehr viel zurückhaltender.Im Westen setzen 23,9 Prozent auf eine Ausweitung ihrer Umsätze; im Osten sind es nur 19,1 Prozent der Befragten, die den Verlauf ihrer Umsatzkurve nach oben steigen sehen.Nur noch 16,5 Prozent von ihnen erwarten steigende Erträge (1997: 22,2 Prozent).Im Westen rechnen etwas mehr Betriebe als im Vorjahr - immerhin 20,6 Prozent - mit steigenden Gewinnen.Die Insolvenzen im Handwerk waren auch 1997 hoch - der Trend hat sich jedoch abgeschwächt.Im Westen Deutschlands sind rund 2190 Handwerksbetriebe Konkurs gegangen, im Osten waren es 1050.Ein Rückgang beim Pleitegeschehen ist für 1998 nicht zu erwarten.Auch die Eigenkapitalausstattung - Gradmesser für Stabilität der überwiegend klein- und mittelständischen Betriebe - hat sich weiter verschlechtert.Mit einer dürftigen Eigenkapitalquote von unter zehn Prozent halten sich 36,2 Prozent der westdeutschen Handwerksbetriebe und 48,2 Prozent des ostdeutschen Handewerks mehr schlecht als recht über Wasser.Handwerksunternehmen mit einer soliden Eigenkapitalquote von über 30 Prozent ist im Westen in diesem Jahr auf 17,9 Prozent (1997: 20,4) und im Osten auf 9,9 Prozent (1997: 12,5) zurückgegangen.Neben dem Baugewerbe, sind es vor allem die Holzhandwerker und das Nahrungsmittelhandwerk, die eine zu geringe Substanz haben.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar