Wirtschaft : GEW-Chefin: Reiche sollen mehr für Bildung zahlen

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Berlin - Mithilfe einer „Bildungsoffensive“ will die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Kitas und Schulen ausbauen sowie Erzieher und Lehrer besser bezahlen. 40 Milliarden Euro im Jahr seien erforderlich, „um die wichtigsten Reformen umzusetzen und die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten zu verbessern“, sagte Marlis Tepe, neue Vorsitzende der Gewerkschaft, am Freitag in Düsseldorf. Zur Finanzierung schlug sie vor, „die Steuern für Reiche zu erhöhen“; das brächte 75 Milliarden Euro im Jahr.

Tepe war auf dem 27. Gewerkschaftstag der GEW am Donnerstagabend mit 52,4 Prozent der Stimmen zur neuen Vorsitzenden gewählt worden, nachdem Vorgänger Ulrich Thöne aus Altersgründen nicht mehr angetreten war. Die 59-jährige Lehrerin aus Schleswig-Holstein, die als Kandidatin der traditionell mächtigen Landesverbände ins Rennen gegangen war, setzte sich durch gegen den Berliner Erzieher Ulrich Hocke, der seit vielen Jahren im Bundesvorstand sitzt und auf 42,5 Prozent der Delegiertenstimmen kam.

„Inklusion, Krippenausbau und ein Tarifvertrag für angestellte Lehrkräfte stehen auch mit Blick auf die Bundestagswahl ganz oben auf meiner Agenda“, sagte Tepe nach ihrer Wahl. Das Bildungssystem müsse mit mehr Mitteln „von einem selektiven zu einem inklusiven“ umgebaut werden. „Dabei seien Einrichtungen mit Ganztagsangeboten „aus bildungs-, sozial- und familienpolitischen Gründen das Gebot der Stunde“. alf

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