Wirtschaft : Gewerkschaft droht dba mit Warnstreiks Verdi plant Aktionen bereits am Wochenende

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Berlin - Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi bereitet bei der Fluggesellschaft dba einen Arbeitskampf vor. „Es kann bereits Ende der Woche losgehen“, sagte Verdi-Sprecherin Cornelia Haß. Für die Fluggäste bedeute dies, „wenn sich genug der zum Streik aufgerufenen Crewmitglieder beteiligen, bleiben Maschinen am Boden“. Details, wann und wo konkret zu Warnstreiks aufgerufen werden soll und ob Berlin betroffen sein wird, verriet sie nicht. Der Organisationsgrad der 320 Flugbegleiterinnen und -begleiter bei der dba liege mit etwa einem Drittel sehr hoch, sagte Haß. Es gebe zudem Signale, dass sich auch Piloten, die in der Vereinigung Cockpit organisiert sind, mit den Warnstreiks solidarisch erklärten.

Air Berlin, die Muttergesellschaft der dba, zeigte sich verwundert über die Ankündigung der Gewerkschaft. „Es gibt keinen Anlass für Krawall“, sagte ein Air-Berlin-Sprecher dem Tagesspiegel. „Wir wären dennoch sehr wohl in der Lage, streikendes Personal zu ersetzen. Der Flugverkehr wäre kaum oder gar nicht gefährdet.“

Hintergrund der Auseinandersetzung sind die in den Augen der Gewerkschaft festgefahrenen Tarifverhandlungen. Am vergangenen Freitag gab es das letzte Gespräch mit der Geschäftsführung der dba. Die Tarifverträge waren von Arbeitgeberseite bereits vor der Übernahme der dba durch Air Berlin im August vergangenen Jahres gekündigt worden. Die Gewerkschaft fordert für drei Jahre eine Sicherung der Vergütung für die Flugbegleiter, eine Sicherung der Arbeitsplätze und die Übernahme der geltenden Freizeit- und Urlaubsregelung. Die Gewerkschaft will verhindern, dass das dba-Personal künftig zu den – schlechteren – Konditionen der Air-Berlin-Kollegen arbeiten muss.

Nach den Worten des Air-Berlin-Sprechers ist die dba-Geschäftsführung weiterhin gesprächsbereit, die Ankündigung von Warnstreiks sei daher nicht nachzuvollziehen. „Die dba-Geschäftsführung ist aufgefordert, sich bis Mittwoch gegenüber der Gewerkschaft zu äußern, das wird sie auch tun.“

Bei der dba gibt es Personalvertreter, während Air-Berlin-Chef Jochim Hunold stolz darauf ist, dass sein Unternehmen, eine „gewerkschaftsfreie Zone“ ist. Aus Air Berlin hat er vor dem Börsengang 2006 eine Gesellschaft britischen Rechts gemacht. Daher sitzt kein Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat, einen Betriebsrat gibt es auch nicht. vis

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