• Gewerkschaft droht der Deutschen Bahn mit Streiks Bahnchef Mehdorn rechnet mit Ertragsverbesserung in 2002

Wirtschaft : Gewerkschaft droht der Deutschen Bahn mit Streiks Bahnchef Mehdorn rechnet mit Ertragsverbesserung in 2002

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Stuttgart/Berlin (dpa). Bahnchef Hartmut Mehdorn rechnet für das vergangene Jahr mit einer Ertragsverbesserung um bis zu 70 Millionen Euro. Ursprünglich war ein Verlust für das Jahr 2002 von 500 Millionen Euro einkalkuliert worden. Für 2004 peile Europas größter Verkehrskonzern die Gewinnzone an, sagte Mehdorn beim Gewerkschaftstag der Bahngewerkschaft GDBA am Montag in Stuttgart. „2004 wollen wir besser sein als eine schwarze Null“, sagte er vor etwa 600 Gewerkschaftern.

Der Umsatz der Bahn im laufenden Jahr soll früheren Angaben zufolge bei 16,6 Milliarden Euro liegen. Befürchtungen der Gewerkschaft GDBA, in den kommenden fünf Jahren würden bis zu 38000 Stellen beim Unternehmen abgebaut, bestätigte Mehdorn nicht. Er bestritt auch die vom neuen GDBA Bundesvorsitzenden Klaus-Dieter Hommel zitierten Kürzungspläne. Danach soll die Zahl der Arbeitsplätze der Reiseauskunft und der Ticketbestellung von DB Dialog von derzeit 1200 nahezu halbiert werden. Die Bahngewerkschaft Transnet sprach sogar von 700 gefährdeten Arbeitsplätzen.

Für die Tarifverhandlungen stellte Mehdorn ein neues Angebot in Aussicht. „Wir bewegen uns“, sagte er am Rande des Gewerkschaftstages. Die zweite Verhandlung für die 160000 Arbeiter und Angestellten der Bahn findet am 26. Februar in Berlin statt. Bislang hatte die Bahn einen Inflationsausgleich bei einer Laufzeit von 36 Monaten angeboten. „Das ist für uns nicht mehr akzeptabel“, sagte Hommel. Er drohte mit Streiks, falls die Bahn kein verhandlungsfähiges Angebot vorlege. Die Friedenspflicht laufe am 1. März aus.

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