Wirtschaft : Gewerkschaft gegen Commerzbank-Pläne

Zeitarbeitsfirma für Entlassene DÜSSELDORF (pt/HB).Die Pläne der Commerzbank, "unfreiwillig" ausscheidenden Mitarbeitern eine auf 18 Monate befristete Beschäftigung in einer mit der Zeitarbeitsfirma Adecco GmbH zu gründenden Zeitarbeits- und Qualifizierungsgesellschaft anzubieten, haben die Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen auf den Plan gerufen.Vorstandsmitglied Klaus Carlin warf der Bank vor, mit der Gründung der konzernfremden Arbeitsvermittlungsgesellschaft aus der personalpolitischen Verantwortung zu flüchten."Der Vorstand der Commerzbank hat offenbar nur ein Ziel vor Augen: Ertragssteigerung auf dem Rücken der Angestellten", sagte Carlin.Gegen die Pläne hat auch der Betriebsrat der Frankfurter Konzernzentrale protestiert.Der Gesamtbetriebsrat berät das Konzept derzeit. Nach dem Commerzbank-Konzept soll Arbeitnehmern, die das Unternehmen unfreiwillig verlassen, die befristete Beschäftigung in der Zeitarbeitsfirma angeboten werden.Sie erhalten als Mindestgehalt 80 Prozent ihrer bisherigen Bezüge ohne Sonderzahlungen.Sind die Vermittlungsbemühungen nicht erfolgreich, verringert sich ihr Abfindungsanspruch auf 70 Prozent der ursprünglichen Abfindungssumme.Noch im Oktober 1997 habe die Commerzbank sich als eine der ertragsstärksten Großbanken feiern lassen, wenig später sei die Streichung von mindestens 1500 Arbeitsplätzen verkündet worden, und in diesen Tagen gebe Commerzbank-Chef Kohlhaussen seiner Hoffnung Ausdruck, eine Fortsetzung der vernünftigen Tarifpolitik werde sich in höherer Beschäftigung niederschlagen.Carlin: "Soviel Zynismus habe ich selten erlebt."

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