Gewerkschaft weist Forderung zurück : Keine Fett- und Zuckersteuer

Eine Fett- und Zuckersteuer sei diskriminierend und dreist, meint die Gewerkschaft der Nahrung-Genuss-Gaststätten und erteilt der Forderung nach einer Abgabe auf ungesunde Lebensmittel eine Absage. Sie träfe insbesondere Geringverdiener.

Ein Löffel mit Müsli, bestehend aus Getreide-Flocken, Schokolade und Mais-Pops. Fitness-Frühstück, Müsli-Riegel, Bio-Drink: Oft steckt mehr Fett, Zucker oder Salz drin als gedacht. Foto: Hans Wiedl/dpa
Ein Löffel mit Müsli, bestehend aus Getreide-Flocken, Schokolade und Mais-Pops. Fitness-Frühstück, Müsli-Riegel, Bio-Drink: Oft...Foto: Hans Wiedl/dpa

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) lehnt Forderungen nach einer Fett- und Zuckersteuer im Kampf gegen das Übergewicht als "diskriminierend und dreist" ab. "So eine Steuer trifft natürlich besonders Geringverdiener und das impliziert, dass sich besonders diese schlecht ernähren", sagte die NGG-Vorsitzende Manuela Rosenberger der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Montag. Sie sprach sich stattdessen für eine bessere Aufklärung über gesunde Ernährung in Kindergärten und Schulen aus.
Zuletzt hatte sich die Deutsche Diabetes Gesellschaft für eine Zuckersteuer ausgesprochen. Auch Krankenkassen und Politiker äußerten sich in der Vergangenheit bereits befürwortend.
"Eine Steuer ist das falsche Mittel, um Einfluss auf die Ernährungsgewohnheiten der Bevölkerung zu nehmen", sagte Rosenberger. Stattdessen müssten Kinder wieder lernen, mit Lebensmitteln umzugehen. "Das bedeutet natürlich auch, dass die Verpflegung in Schulkantinen besser werden müsste. Wer hier nur auf den niedrigen Preis achtet, eignet sich nicht als Vorbild", führte die NGG-Vorsitzende aus.

Erste Fettsteuer in Dänemark hielt nur ein Jahr

Die weltweit erste Steuer auf Nahrungsmittel mit gesättigten Fettsäuren hatte Dänemark 2011 eingeführt – nur um sie ein Jahr später wieder zu kassieren. Der Verzehr von Lebensmitteln, die beim Menschen zu hohen Blutfettwerten führen könne, sei ein „Risikofaktor“, der „zur Ausbreitung von Volkskrankheiten beiträgt“, hieß es damals in der Gesetzesbegründung. Der Anteil von Übergewichtigen in der Bevölkerung habe sich binnen 20 Jahren verdoppelt, deshalb solle die neue Steuer die Dänen veranlassen, „Produkte mit einem niedrigeren Anteil an gesättigtem Fett zu wählen“. Das Ernährungsverhalten der Dänen hatte sich Untersuchungen zufolge jedoch nachweislich nicht verändert. Zudem habe der Verwaltungsaufwand einen Großteil der 200 Millionen Euro Einnahmen aufgefressen.

(mit afd)

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