Wirtschaft : Gewerkschaft will um Jobs bei VDO kämpfen IG Metall sieht 7000 Arbeitsplätze in Gefahr

Regensburg/Berlin - Nach dem Verkauf des Autozulieferers Siemens VDO an Continental misstraut die IG Metall den bisherigen Zusagen zur Standortsicherung. Es gebe bislang nur „unverbindliche Absichtserklärungen“ und noch keine Vereinbarung mit der Gewerkschaft über Arbeitsplatzgarantien, sagte Bayerns IG-Metall-Bezirksleiter Werner Neugebauer am Freitag in Regensburg. Er befürchtet den Verlust von bis zu 7000 Jobs in Deutschland. „Wenn die bis zu 30 Prozent Stellen abbauen und Standorte schließen, dann wird das nicht geräuschlos passieren“, drohte Neugebauer. „Auf diesen Tanz“ könne sich Continental-Chef Manfred Wennemer einstellen.

VDO beschäftigt weltweit 53 000 Menschen, rund 20 000 davon in Deutschland. Laut einer Vereinbarung zwischen Siemens und Conti ist eine generelle Standortsicherung für drei Jahre festgeschrieben worden, für das Regensburger Werk sollen fünf Jahre gelten. Für drei Jahre soll es auch keine betriebsbedingten Kündigungen geben, die über frühere Siemens-Pläne zum Jobabbau hinausgehen.

Conti habe angekündigt, diese alten Rationalisierungspläne umzusetzen, wonach etwa 4500 Arbeitsplätze wegfallen sollen, sagte Neugebauer. Zusätzlich könnten weitere Jobs durch Synergieeffekte mit Conti-Sparten wegfallen – etwa in Regensburg, das nicht mehr die Zentrale sein werde. Laut Gewerkschaft ist ein großer Teil der Belegschaft verunsichert und fühlt sich „von Siemens verraten und verkauft“. Befürchtet wird auch, dass das Würzburger Werk mit 1400 Mitarbeitern verkauft werden könnte.

Unterdessen berichten verschiedene Medien, dass die US-Anwaltskanzlei Debevoise & Plimpton, die die Affäre um schwarze Kassen bei Siemens aufklären soll, in ihrem Bericht für den Aufsichtsrat schwere Vorwürfe gegen mehrere Landesgesellschaften des Konzerns erhebt. So sollen etwa die Landesgesellschaften Österreich und Griechenland die Untersuchungen behindern. Der Aufsichtsrat sei von diesem Bericht schockiert gewesen – denn sollte die Aufklärungsarbeit tatsächlich behindert werden, drohen Siemens schwerwiegende Konsequenzen von der US-Börsenaufsicht SEC. dpa/vis

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