Wirtschaft : Gewerkschaft wirft Vorstand mangelnde Kompromissbereitschaft vor

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Bei den Verhandlungen über die Sanierung der Deutschen Bahn und die Verringerung der Personalkosten haben sich die Fronten knapp zehn Tage vor dem vereinbarten Spitzengespräch am 7. Juni verhärtet. Nachdem der Vorstand der Bahn Ende vergangener Woche offen mit einem vorzeitigen Abbruch des Beschäftigungsbündnisses drohte, wirft sein wichtigster Verhandlungspartner, die Gewerkschaft Transnet - vormals Gewerkschaft der Eisenbahner Deutschlands (GdED) -, ihm nun seinerseits mangelnde Kompromissbereitschaft vor. Die Gewerkschaft habe in der vergangenen Woche ein umfangreiches Positionspapier vorgelegt, "der Vorstand der Bahn hat sich dagegen noch keinen Millimeter bewegt", sagte Transnet-Sprecher Hubert Kummer am Montag dem Tagesspiegel.

Nach Ansicht der Gewerkschaft ist ein Kompromiss möglich. "Von einem Scheitern der Gespräche kann noch keine Rede sein", sagte Kummer. Kompromisslinien sieht er beim Ausbau von Altersteilzeit- und Vorruhestandsregelungen, bei der Vereinbarung von betrieblichen und regionalen Beschäftigungsbündnissen für Bereiche mit mangelnder Auslastung sowie bei der Umwandlung von besitzstandswahrenden Zulagen in leistungsbezogene Entgelte. Zudem habe die Gewerkschaft ihre Bereitschaft zu "moderaten" Tarifabschlüssen signalisiert. Sollte der Vorstand seine "starre Haltung" aufgeben, gebe es in all diesen Bereichen Möglichkeiten, die angestrebten Einsparungen bei den Personalkosten zu erreichen, sagte Kummer. Die Bahn sieht das anders: Sie wirft der Gewerkschaft vor, Einsparungen durch Forderungen an anderer Stelle wieder auszugleichen. An einer deutlichen Kürzung der Personalkosten, die mit gut 17 Milliarden Mark fast die Hälfte des Umsatzes ausmachen, führe aber kein Weg vorbei. Derzeit liege der Aufwand je Mitarbeiter um sechs Prozent über der durchschnittlichen Wertschöpfung. Dies sei eine "existenzgefährdende Situation", sagte ein Sprecher. Gleichwohl wollte auch er nicht mehr von Abbruch sprechen: "Wir verhandeln noch".Mehr zum Thema unter

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