Gewerkschaften am 1. Mai : In Sorge um Europa

Viele Gewerkschaften sind in der Defensive, die IG-Metall ruft deswegen zum Streik auf. Gegen die soziale Krise in Europa wollen die Industriegewerkschaften nun mit einer EU- Initiative mobil machen.

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Überall auf der Welt gehen am Tag der Arbeit die abhängig Beschäftigten auf die Straßen, um für gute Arbeitsbedingungen und soziale Sicherheit zu demonstrieren. Das Archivbild zeigt Demonstranten in Marseille vor einem Jahr.
Überall auf der Welt gehen am Tag der Arbeit die abhängig Beschäftigten auf die Straßen, um für gute Arbeitsbedingungen und...Foto: dpa

„Es kann Deutschland nicht gut gehen, wenn es Europa schlecht geht“, heißt es im Aufruf des DGB zum 1. Mai. Der Dachverband der größten deutschen Gewerkschaften gibt sich europäisch und plädiert für eine tiefere Integration der EU. Und er nutzt die Schuldenkrise zur Abrechnung mit Spekulanten, Banken und Politikern. „Die Opfer des Fiskalpakts sind die Beschäftigten und die sozial Benachteiligten – heute im Süden Europas und morgen bei uns“, schreibt der DGB unter dem 1.-Mai-Motto „Gute Arbeit für Europa – Gerechte Löhne, Soziale Sicherheit“.

Allzu oft wird der Tag der Arbeit zum Tag der Krawalle - klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie für einen Rückblick

Geschichte der Mai-Krawalle
Am 1. Mai 1987 erlebte West-Berlin die schwersten Ausschreitungen der Nachkriegszeit. In aufgeheizter Stimmung begannen Autonome in Kreuzberg, zu randalieren und zu plündern. Wie später bekannt wurde, zündete ein Pyromane den Bolle-Supermarkt am Görlitzer Bahnhof an. Die Polizei verlor über Stunden die Gewalt über SO 36. Ein Rückblick in Bildern.Weitere Bilder anzeigen
1 von 24Foto: Schmidt
30.04.2014 22:54Am 1. Mai 1987 erlebte West-Berlin die schwersten Ausschreitungen der Nachkriegszeit. In aufgeheizter Stimmung begannen Autonome...

Aus der Finanzkrise, die 2008 von der Wall Street aus über die halbe Welt schwappte, sei inzwischen eine soziale Krise geworden. Erst hätten die Staaten sich massiv verschuldet, um die Banken zu retten. Und jetzt stünden diese Staaten selbst unter dem Druck der Finanzmärkte – „und geben diesen an die Bevölkerung weiter“. Statt ganze Staaten kaputt zu sparen, seien „kraftvolle Investitionen in qualitatives Wachstum und Beschäftigung“ nötig, meint der DGB.

Die Industriegewerkschaften bemühen sich derweil um mehr Schlagkraft in der EU: In zwei Wochen fusionieren in Brüssel der Europäische Metallgewerkschaftsbund, die Föderation der Bergbau-, Energie- und Chemiegewerkschaften sowie der Verband der Textilgewerkschaften zum „IndustriALL – European Trade Union“: eine Organisation mit fast acht Millionen Beschäftigten und 230 Gewerkschaften „zum Schutz der Interessen der Arbeitnehmer“.

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