Gewerkschaftsängste : Stellenabbau bei Lanxess?

Die Gewerkschaft Bergbau Chemie Energie sieht bei Lanxess Arbeitsplätze in Gefahr. Das Unternehmen hatte Stellengarantien für etwa 120 Arbeitsplätze nicht verlängert. Auch durch die Verlängerung der Wochenarbeitszeit auf 37 Stunden sieht die Gewerkschaft Arbeitsplätze in Gefahr.

Düsseldorf/KölnNach der Entscheidung des Chemiekonzerns Lanxess, von 2008 an auf bisherige Stellengarantien zu verzichten, fürchtet die Gewerkschaft Bergbau Chemie Energie (IG BCE) Kündigungen in den Betrieben. "Konkret geht es um 100 bis 120 Stellen", sagte der für den Konzern zuständige Gewerkschaftsvertreter Wolfgang Blossey. In einem Solidarpakt vom Jahr 2005 hatten sich Unternehmen und Belegschaft auf den Abbau von 1000 Stellen ohne betriebsbedingte Kündigungen geeinigt.

"Diese Vereinbarung läuft Ende des Jahres aus, aber bislang sind ungefähr 100 bis 120 Beschäftigte noch nicht weiter vermittelt worden", sagte Blossey. Er befürchte, dass das Unternehmen ab Januar 2008 diese Stellen durch betriebsbedingte Kündigungen abbauen könnte. Diese Bedenken wies Lanxess-Sprecher Ralph Esper zurück. "Betriebsbedingte Kündigungen sind bislang nicht geplant", sagte er in Düsseldorf.

Anhebung der Wochenarbeitszeit verunsichert Gewerkschaften

Zusätzliche Unsicherheit bringt nach Gewerkschaftsangaben die für 2008 geplante Anhebung der Wochenarbeitszeit von derzeit 35 auf 37 Stunden. "Auch dadurch könnten in Zukunft Stellen wegfallen", sagte IG BCE-Vertreter Blossey.

Der Chemiekonzern führt seit vergangener Woche Gespräche mit dem Betriebsrat über die "zukünftige Personalpolitik". "Es geht um die Frage, wie gehen wir damit um, wenn wir in Zukunft zu viele Mitarbeiter für zu wenig Arbeit haben", sagte Konzernsprecher Esper. Das Unternehmen müsse flexibel auf Marktbewegungen reagieren können. Wie diese Reaktionen aussehen könnten, müsse nun erörtert werden, hieß es.

Der Chemiekonzern Lanxess war 2003 aus dem Bayer-Konzern ausgegliedert worden. Die nun von Unternehmensseite gekündigten Stellengarantien für Deutschland waren noch vom Bayer-Betriebsrat ausgehandelt worden und laufen Ende 2007 aus. (mit dpa)

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