Gewerkschaftsbund : DGB: Stars sollen Gehälter offenlegen

DGB-Chef Sommer fordert, dass neben den Topmanagern auch Sportler und TV-Größen ihr Einkommen öffentlich machen. Der Tagesspiegel hat nachgefragt: Arne Friedrich etwa ist der Vorschlag "völlig egal".

Hannes Heine
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Foto: ddp

BerlinWas haben Topmanager, Fernsehstars und Bundesliga-Spieler gemeinsam? Sie bekommen für das, was sie beruflich tun, viel Geld. Manchmal mehrere Millionen Euro. Seit Beginn der Wirtschaftskrise wird darüber debattiert, ob Manager ihre Einkommen offenlegen und ob diese – notfalls gesetzlich – begrenzt werden müssten. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) legt nun nach und möchte, dass die Gehälter von allen Spitzenverdienern bekannt gemacht werden sollten. Ein Sprecher von DGB-Chef Michael Sommer sagte am Freitag, dass auch die Einkommen von Topsportlern und TV-Größen offengelegt werden sollten. Immerhin entstehe so ein Rechtfertigungsdruck für Spitzenverdiener.

„Das bringt die Gesellschaft auch nicht voran“, sagte Ulrich Wickert, langjähriger ARD-Moderator, dem Tagesspiegel. Er selber verdiene übrigens „etwa genauso viel“ wie DGB-Chef Sommer, der monatlich 11.200 Euro brutto Grundgehalt bekommt. Ulf Baranowsky, Geschäftsführer der Vereinigung der Vertragsfußballspieler, hält ebenfalls wenig von den Plänen. Die Spielergewerkschaft vertritt Fußballer bei Gehaltsverhandlungen mit den Vereinen. In der 1. Bundesliga seien für einen Spieler mindestens 10.000 Euro im Monat drin, die meisten verdienten aber sehr viel mehr. Arne Friedrich, Kapitän beim Berliner Club Hertha BSC und Spieler in der deutschen Fußballnationalmannschaft, ist der Vorschlag „völlig egal“. Moralisch müsse man sich nicht verpflichtet fühlen: „Jeder hat sich seinen Beruf selbst ausgesucht“, sagte Friedrich am Freitag dem Tagesspiegel.

Besser als DGB-Chef Sommer verdienen andere deutsche Gewerkschaftsvorsitzende: Frank Bsirske, Chef der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, hat etwa 13.800 Euro im Monat ur Verfügung. Mehr als 16.000 Euro im Monat verdient Berthold Huber, Bundesvorsitender der größten deutschen Gewerkschaft IG Metall, die Teil des DGB ist. Immer wieder gab es Kritik an den im Vergleich zu einfachen Gewerkschaftsmitgliedern hohen Gehältern der Verbandsspitzen. Bsirskes Gehalt ist bei der Verdi-Gründung 2001 – fünf kleinere Verbände verschmolzen zur Großgewerkschaft – von einer Kommission ehrenamtlicher Mitglieder festgelegt worden. Bei vielen Gewerkschaftsvorsitenden kommen Gelder für ihre Tätigkeit in Aufsichtsräten hinzu.

Eine Regierungskommission für gute Unternehmensführung hatte 2007 ergebnislos versucht, Vorgaben für die Bezüge von Managern zu finden. Bundeskanlerin Angela Merkel (CDU) hielt die Debatte für richtig, lehnte aber Gesetzesregelungen dahingehend ab. Die Kanzlerin bekommt mehr als 20.000 Euro im Monat. 

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