Wirtschaft : Gewinn vor Steuern legte um 6,2 Prozent zu - erwartet wurden etwa 15 Prozent

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Die Commerzbank AG hat ihren Gewinn vor Steuern in den ersten neun Monaten zwar um 6,2 Prozent auf 1,01 Milliarden Euro gesteigert. Analysten allerdings sind über das Ergebnis enttäuscht: Sie hatten mit einem Zuwachs von etwa 15 Prozent gerechnet. Commerzbank-Vorstandssprecher Martin Kohlhaussen zeigte sich in Frankfurt trotzdem zufrieden. Der Gewinn sei nicht so stark gestiegen, weil im Vergleich zum Vorjahr deutlich geringere Erträge aus dem Verkauf von Finanzanlagen eingegangen seien und weil die Bank in neue Beteiligungen investiert habe, unter anderem in die vollständige Übernahme der Fondstochter Adig und den Kauf von vier Prozent an der französischen Großbank Credit Lyonnais, insgesamt rund 850 Millionen Euro. Weil die Steuern um ein Drittel höher lagen als vor Jahresfrist, schrumpfte der Gewinn der viertgrößten deutschen Geschäftsbank nach Steuern sogar um 4,6 Prozent auf 628 Millionen Euro. Kohlhaussen betonte trotzdem, dass die Commerzbank im Laufe des Jahres ihre Erträge immer weiter gesteigert habe. Das gesamte Ergebnis des Vorjahres wurde schon um 50 Prozent übertroffen. Im Gegenzug kletterten allerdings auch die Verwaltungsaufwendungen um 21 Prozent auf 3,19 Milliarden Euro. Kohlhaussen betonte erneut, dass die Commerzbank weiter als eigenständige Universalbank agieren will. Zusammenschlüsse machen seiner Ansicht nach nur in einzelnen Geschäftssegmenten Sinn, etwa in der Abwicklung. Im Filialgeschäft dürften dagegen die Schwierigkeiten von Vollfusionen nicht übersehen werden. "Die Vorteile und Kosteneffekte bei Bankenfusionen werden häufig überschätzt", sagte Kohlhaussen.

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