• GEWINNE TROTZ FINANZKRISE Öffentliche Banken legen ihre Zahlen vor: LBBW lässt bei der West LB nicht locker

GEWINNE TROTZ FINANZKRISE Öffentliche Banken legen ihre Zahlen vor : LBBW lässt bei der West LB nicht locker

Westfälische Sparkassen plädieren für Zusammenschluss / Staatsanwalt interessiert sich für SachsenLB

Daniel Rheé-Piening

Berlin - Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) sieht sich dank starker Halbjahreszahlen für die Fusion mit der West LB gerüstet. Als größte deutsche Landesbank stehe für die LBBW eine weitere Konsolidierung der Bankenlandschaft im Fokus, sagte Vorstandschef Siegfried Jaschinski am Dienstag. Die LBBW werde an den Plänen für ein Zusammengehen mit der Düsseldorfer Landesbank weiter konstruktiv mitarbeiten.

Unterstützung erhält die LBBW von den Sparkassen in Nordrhein-Westfalen. Nach den rheinischen Sparkassen (RSGV) sprachen sich am Dienstag auch die westfälischen und lippischen Institute (WLSGV) für einen Zusammenschluss der beiden Landesbanken aus, wie ein Sprecher des WLSGV sagte. RSGV und WLSGV halten zusammen knapp die Mehrheit an der West LB. Das Land Nordrhein-Westfalen hält 38 Prozent. NRW- Ministerpräsident Rüttgers ist gegen einen Zusammenschluss mit der LBBW.

Im ersten Halbjahr baute die LBBW den Überschuss vor Steuern um knapp elf Prozent auf 571 Millionen und das Nachsteuerergebnis um fast 22 Prozent auf 473 Millionen Euro aus. Gesenkt werden konnte die Cost-Income-Ratio (Verhältnis von Aufwendungen und Erträgen), die bei 45,1 Prozent und damit 1,3 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert lag. Der Zinsüberschuss stieg um 1,9 Prozent, der Provisionsüberschuss lag auf Vorjahresniveau. Ein Ergebnissprung von 35,8 Prozent wurde mit Finanzgeschäften erzielt. Von der Krise auf dem US-Hypothekenmarkt sei die LBBW nur am Rande betroffen. „Der LBBW-Konzern hält strukturierte Finanzierungen mit Subprime-Bezug. Ihr Anteil am Geschäftsvolumen ist allerdings minimal.“ Durch interne Überwachungssysteme sei die LBBW gut gerüstet, der Unsicherheit an den Märkten zu begegnen. Eine Prognose für das Jahr gab LBBW-Chef Jaschinski allerdings nicht.

Unterdessen hat die Staatsanwaltschaft Leipzig wegen eventueller Unregelmäßigkeiten in der Sachsen LB Vorermittlungen eingeleitet. Es gebe einen Prüfvorgang, sagte ein Sprecher. Dabei werde untersucht, ob es Anhaltspunkte auf Straftaten gebe. Das sächsische Finanzministerium bezeichnete einen Zeitungsbericht als Spekulation, wonach die Verluste bei der SachsenLB deutlich höher als bisher erwartet seien. „Ich werde nicht über mögliche Risiken spekulieren und deshalb auch keine Zahlen bestätigen, die gerade im Umlauf sind. Das wäre töricht und gefährlich“, erklärte Finanzminister Horst Metz (CDU). Die „Leipziger Volkszeitung“ hatte von einem drohenden Verlust von 660 Millionen Euro berichtet. Darin seien die 250 Millionen Euro enthalten, die die LBBW als Soforthilfe zugeschossen habe.

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) fordert eine Neuordnung der Bankenaufsicht und will den Einfluss der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen beschränken. „Ich bin der Meinung, dass wir die Aufsicht verbessern müssen“, sagte Glos der „Passauer Neuen Presse“. Dabei sollte mehr auf die Expertise der Bundesbank gesetzt werden.

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