Gewinne und Zukäufe bei der Deutschen Telekom : Auf Expansionskurs

Dank des guten Geschäfts in den USA und des starken Dollars geht die Deutsche Telekom in der Slowakei auf Einkaufskurs. In Deutschland drohen hohe Einmalsaugaben die Bilanz zu verhageln.

In Deutschland ist die Bilanz wegen hoher Einmalausgaben durchwachsen, doch das Geschäft in den USA brummt.
In Deutschland ist die Bilanz wegen hoher Einmalausgaben durchwachsen, doch das Geschäft in den USA brummt.Foto: dpa

Die Deutsche Telekom startet dank brummender Geschäfte bei der amerikanischen Mobilfunktochter T-Mobile US mit Rückenwind ins Jahr. Das Betriebsergebnis kletterte von Januar bis Ende März um elf Prozent auf 4,6 Milliarden Euro, wie der Bonner Konzern am Mittwoch mitteilte. Geholfen hat der Telekom hier auch der Höhenflug des Dollar: Rechnet man den Effekt heraus, beträgt das Gewinnplus noch knapp sechs Prozent. “Positive Vorzeichen bei Umsatz und Ergebnis haben wir in unserer Branche lange nicht gesehen“, sagte Konzernchef Tim Höttges.

Telekom will in der Slowakei expandieren

Beste Vorzeichen zu Expandieren: So bietet die Deutsche Telekom Insidern zufolge der slowakischen Regierung 900 Millionen Euro für 49 Prozent der Anteil an Slovak Telekom. Das sagten zwei mit der Sache vertraute Personen aus dem Umfeld der Regierung am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Die Deutschen halten bereits 51 Prozent an dem größten Telefonkonzern des osteuropäischen Landes. Den Restanteil wollte die slowakische Regierung eigentlich an die Börse bringen, erhielt aber ein Angebot eines bislang ungenannten Käufers. Die slowakische Regierung und die Telekom wollten sich dazu nicht unmittelbar äußern. Slovak Telekom erzielte 2014 bei 770 Millionen Euro Umsatz einen operativen Gewinn von 310 Millionen Euro.

Gute Geschäfte in schwierigen Zeiten

Die Telefonbranche ist zurzeit von sinkenden Erträgen und harten Preiskämpfen geprägt. Der Konzernumsatz zog dennoch um 13 Prozent auf 16,8 Milliarden Euro an.
Geschuldet ist der Erfolg T-Mobile US - die Telekom hält zwei Drittel der Anteile. Dank hoher Investitionen und einer Werbeoffensive lockt der viertgrößte US-Mobilfunkanbieter seit Jahren neue Kunden in Scharen. Zum Jahresstart waren es noch einmal 1,8 Millionen – davon 1,1 Millionen Vertragskunden –, an denen T-Mobile US besonders viel verdient. Eigentlich wollte die Telekom die Tochter lange Zeit verkaufen. Voriges Jahr waren allerdings zwei Kaufinteressenten abgesprungen.

Hohen Einmalausgaben in Deutschland verhageln die Bilanz

Nicht so gut wie in den USA lief es in Deutschland: Auf dem Heimatmarkt sank das Betriebsergebnis wegen einer Technikumstellung um ein Prozent auf 2,2 Milliarden Euro.
Hier muss sich der Konzern eventuell auf milliardenhohe Ausgaben einstellen: Ende des Monats versteigert der Bund wieder neue Mobilfunkfrequenzen. Von Reuters befragte Analysten hatten für die Telekom im ersten Quartal einen Umsatz von 16,5 Milliarden Euro sowie ein Ebitda von 4,4 Milliarden Euro prognostiziert.
Der 52-Jährige Höttges, der Anfang vorigen Jahres an die Spitze von Europas größtem Telefonkonzern trat, bekräftigt die bisherigen Geschäftsaussichten: Für dieses Jahr erwartet die Telekom einen Free Cash Flow von 4,3 Milliarden Euro nach 4,14 Milliarden Euro 2014. Das bereinigte Ebitda solle 2015 bei konstanten Wechselkursen 18,3 Milliarden Euro erreichen nach 17,6 Milliarden Euro im Vorjahr.

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