Wirtschaft : Gewinneinbruch bei der Deutschen Bank

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Die Börsenflaute und die Konjunkturabkühlung haben der Deutschen Bank im vergangenen Jahr einen drastischen Gewinneinbruch beschert. Das Ergebnis vor Steuern und Effekten aus der Änderung der Bilanzierungsmethode sei im Geschäftsjahr 2001 gegenüber 2000 von knapp 6,9 auf 1,8 Milliarden Euro gesunken, sagte Vorstandssprecher Rolf Breuer am Donnerstag vor der Presse in Frankfurt. Dazu führte den Angaben zufolge vor allem ein Rückgang der Nettoerträge um allein 4,9 Milliarden Euro, die unter der Schwäche an den Finanzmärkten litten. Erstmals legte das Institut Zahlen nach US-Gaap vor.

Nach Steuern blieb nur noch ein Gewinn von 167 Millionen Euro nach einem Jahresüberschuss von 13,5 Milliarden Euro im Vorjahr. Das Ergebnis je Aktie betrug 0,27 Euro gegenüber 22 Euro im Jahr 2000. Ohne Berücksichtigung von Steuersatzänderungen und der Effekte aus der Änderung der Bilanzierungsmethoden hätte es 2,21 Euro nach 6,88 Euro betragen. Gleichwohl zahlt die Deutsche Bank wieder ein Dividende von 1,30 Euro.

Mit den Ergebnissen im Investmentbanking (siehe Lexikon ) ist Breuer zufrieden, auch wenn das Ergebnis von 4,1 auf 2,7 Milliarden Euro gesunken ist. Dort habe man sich weltweit an die dritte Stelle vorgearbeitet. Dagegen werde im Privatkundengeschäft und in der Vermögensverwaltung zu wenig verdient. Das Ergebnis hier lag nach 1,4 Milliarden Euro im Vorjahr nur noch bei 400 Millionen Euro. Sorgen machen Breuer die Kosten, die immer noch bei 21,1 Milliarden Euro liegen. Bis 2003 sollen sie, unter anderen durch Personalabbau und die Schließung von rund 300 Filialen bei der Deutschen Bank 24 um zwei Milliarden Euro gedrückt werden.

Ausführlich ging Breuer auf die organisatorische und personelle Neuordnung im Konzern ein. Die neue Führungsstruktur ist nach Ansicht von Vorstandssprecher Rolf Breuer und seinem Nachfolger Josef Ackermann (der am 23. Mai Sprecher wird) kein Bruch, sondern eine Weiterentwicklung. "Der Konzernvorstand wird nicht entmachtet, er wird gestärkt". Das neue "Group Executive Commitee" helfe dem Vorstand, seine Aufgaben besser bewältigen zu können. Ackermann und Breuer betonten, dass die Führung der Bank als "Team" agiere, allerdings mit "Spitze".

Der Standort Frankfurt stehe, so Breuer und Ackermann, nicht zur Disposition. "Diese Frage hat uns nicht beschäftigt und sie wird uns nicht beschäftigten", sagte Breuer. Weder die Verlegung des Firmensitzes noch von Kompetenzen oder von Geschäftsbereichen nach London sei ein Thema. Die Deutsche Bank habe ihre Wurzeln in Frankfurt. Dies sei auch ein Vorteil gegenüber der Konkurrenz.

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