Wirtschaft : Gewinneinbußen gefährden die Wettbewerbsposition nicht - Vorstandschef will Star-Allianz festigen

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Lufthansa-Chef Jürgen Weber will das Netz der Fluggesellschaften, die unter dem Dach der Star-Allianz fliegen, weiter stärken. Dabei geht es nicht um Kapitalbeteiligungen, aber um "bindende Verträge", die einen Ausstieg von Partnern aus dem Verbund erschweren und etwa mit finanziellen Lasten verbinden sollen. "Wir müssen vorbeugen. Übernahmeattacken wie im Fall von Air Canada müssen erschwert werden", sagte Weber auf der Herbstpressekonferenz. In den ersten neun Monaten hat die Lufthansa einen operativen Gewinn von 1,03 Milliarden Mark erzielt. Das ist zwar im Vorjahresvergleich ein Minus von 37 Prozent, aber angesichts des scharfen Wettbewerbs "hervorragend", wie Weber sagte. Lufthansa stehe wesentlich besser da als British Airways, die niederländische KLM und Swissair - die großen Konkurrenten in Europa.

Im ersten Halbjahr hatte Lufthansa, bedingt durch den Kosovokrieg, eine überlastete Flugsicherung und den anhaltenden Preisverfall, noch eine Einbuße von 56 Prozent hinnehmen müssen. Jetzt erwarten Weber und Finanzchef Karl-Ludwig Kley für das gesamte Jahr einen operativen Gewinn von 1,3 Milliarden Mark. Das wäre zwar 38 Prozent weniger als 1998, aber immer noch das drittbeste Ergebnis in der Lufthansa-Geschichte.

Allein rund 100 Millionen Mark hat Lufthansa das erfolgreiche Übernahmegefecht um Air Canada gekostet. Dies zeige, dass der Wettbewerb um Allianz-Partner immer schärfer wird, so Weber. Deshalb sei es dringend erforderlich, die Star-Allianz zu festigen. Hocherfreut ist er darüber, dass sich der Preisverfall deutlich verlangsamt hat, obwohl man die Kapazität um 14 Prozent erhöht habe. Die Jets sind nach wie zu 74 Prozent ausgelastet. Pro verkauftem Sitz erlöst die Lufthansa wieder mehr als noch zur Jahresmitte. Im Schnitt sanken die Preise im dritten Quartal nur noch um 8,7 Prozent, während es im ersten Halbjahr noch 9,4 Prozent waren. Für den Rest des Jahres erwartet das Lufthansa-Management eine weitere Stabilisierung der Preise. Völlig unzufrieden ist Weber mit der Flugsicherung und den überlasteten Flughäfen. Dadurch sei im Juli jeder dritte Lufthansa-Flug unpünktlich gewesen.

Insgesamt erhöhte die Lufthansa den Umsatz von Januar bis September um 4,6 Prozent auf 17,5 Milliarden Mark. Die Zahl der Beschäftigten kletterte bis Ende September um 2800 auf 57 400.

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