Wirtschaft : Gigabell AG: Das erste Unternehmen am Neuen Markt ist pleite

Die am Neuen Markt notierte Gigabell AG hat als erstes Unternehmen dieses Segments ein Insolvenzverfahren wegen drohender Zahlungsunfähigkeit beantragt. Das Telekommunikationsunternehmen teilte am Freitag mit, eine angelsächsische Investorengruppe sei mit der Erfüllung des am 25. August unterzeichneten Vertrages in Verzug geraten. Über die Gründe wollte Unternehmenssprecher Thorsten Beuchel auf Nachfrage keine Angaben machen. Im Juli war Gigabell bereits auf verschiedenen Listen mit von Liquiditätsproblemen bedrohten Unternehmen erschienen.

Am 25. August hatte die Gesellschaft dann gemeldet, sich durch eine Kapitalerhöhung von der genannten Investorengruppe 48 Millionen Mark gesichert zu haben. Außerdem machte die Gesellschaft Anfang September die Übernahme der Lightning Internet Services LLC rückgängig, die sie ursprünglich für 6,9 Millionen Euro erwerben wollte. Auch die Veräußerung von Tochtergesellschaften war damals nach den Worten von Vorstand Thilo Stasser ein Option.

Der Vorstand strebt nach eigenen Worten die Fortführung des Unternehmens an. Über die Art und Weise, wie das geschehen solle und ob es bereits neue Investoren gebe, wollte der Unternehmenssprecher keine Angaben machen. Näheres wolle das Unternehmen Anfang kommender Woche bekannt geben. "Solange nicht irgendjemand bereit ist, Geld in die Gesellschaft zu pumpen, ist es schwer zu sehen, wo das Ganze hinlaufen soll", sagte ein Händler.

Nachdem das Unternehmen den Antrag für ein Insolvenzverfahren publik gemacht hatte, wurde die Aktie vom Handel ausgesetzt. Der letzte Kurs der Gigabell-Aktie war am Freitagnachmittag mit 11,52 Euro festgestellt worden. Dies war im Vergleich zum Vortagesschluss ein Plus von 11,95 Prozent. Für diese Kursbewegung habe er keine Erklärung, sagte Beuchel. Die Aktien waren am 11. August 1999 zu 38 Euro in den Neuen Markt eingeführt worden.

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