Wirtschaft : Gillette: Der Konzern überzeugt die Anleger

kk

Gute Nachrichten waren die Anleger von Gillette schon lange nicht mehr gewohnt. Sinkende Umsätze und sinkende Gewinne haben den Kurs in den vergangenen Monaten und Jahren immer weiter nach unten gezogen - selbst in Zeiten, in denen die Wirtschaft in den USA und anderswo boomte. Doch in der vergangenen Woche stieg die Aktie um fast zehn Prozent.

Grund: Der neue Unternehmenschef James Kilts macht derzeit die Runde bei den Analysten und erklärt ihnen, wie er den Traditionskonzern umkrempeln will. Und anscheinend kann er seine Zuhörer überzeugen. Jim Gingrich, Konsumgüter-Analyst bei der Investmentbank Sanford Bernstein, hat erst kürzlich die Aktie auf Outperform heraufgestuft. Er rechnet in den kommenden Jahren mit einem Aktienkurs von 34 Dollar. "Das Unternehmen unternimmt derzeit die richtigen Dinge, um das Geschäft wieder in Ordnung zu bringen", kommentiert er die Maßnahmen, die Kilts getroffen hat.

Auch andere Analysten konnte Kilts, der ehemalige Sanierer des Lebensmittelkonzerns Nabisco, der seinen neuen Job im Februar angetreten hat, für sich gewinnen. "Kilts hat einen guten Ruf und sein Plan für die Sanierung ist sehr glaubhaft", sagt Andrew McQuilling, Analyst der Investmentbank UBS Warburg.

Vor dem Antritt von James Kilts verloren vor allem die Duracell-Batterien, ein Geschäft, das Gillette 1996 für fast acht Milliarden Dollar übernahm, ständig Marktanteile. Zu sehr hatte sich Gillette bei den Batterien auf die Hochpreissegmente konzentriert und die einfachen Batterien vernachlässigt. Das Ergebnis: Die Kunden wechselten zu anderen Marken. Ähnliches galt bei den Rasierern. Die Kunden verlangten nicht nur nach High-Tech-Rasierern, sondern auch nach ganz einfachen Wegwerfmodellen, ein Segment, in dem Gillette ebenfalls Marktanteile an andere Anbieter verlor. Das will Kilts nun ändern. Und Analyst Gingrich weist darauf hin, dass der Konzern dank gutes Marketings bereits Marktanteile zurückerobert hat. Um Kosten zu sparen, entlässt Kilts auch Mitarbeiter. Bereits im Dezember des vergangenen Jahres hatte der Konzern 2700 Entlassungen angekündigt. Im Juni sagte Kilts, dass weitere 600 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren werden. Außerdem schraubte er die Erwartungen für die Umsatzsteigerungen von zehn Prozent auf drei bis fünf Prozent zurück und versprach, dass seine Maßnahmen dem Unternehmen 250 Millionen Dollar sparen werden.

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