Wirtschaft : Gillette will weltweit 4700 Arbeitsplätze abbauen

NEW YORK/BERLIN (pf/bia).Die Gillette Company, Boston, wird aufgrund der wirtschaftlichen Abschwächung in Asien und Europa elf Fabriken schließen und elf Prozent ihrer Beschäftigten oder 4700 Mitarbeiter entlassen.Es werden außerdem zwölf Lagerhäuser entweder geschlossen oder konsolidiert und weltweit 30 Geschäftsstellen geschlossen.

Gillette ist der weltgrößte Hersteller von Rasierklingen und -geräten.Für das dritte Quartal erwartet Gillette einen Umsatzrückgang um sieben Prozent.Gillette setzte in der vergleichbaren Vorjahresperiode 2,4 Mrd.Dollar um.Die Maßnahmen erfordern eine Abschreibung von 350 Mill.Dollar.Es ist die zweite Reorganisierung innerhalb von fünf Jahren, mit der jährlich 200 Mill.Dollar eingespart werden sollen.

Gillette-Chairman Alfred M.Zeien nannte verschiedene Gründe für den Ergebniseinbruch im dritten Quartal: die beschleunigte Markteinführung des neuen Mach-3-Rasiersystems, die hohe Kosten zur Folge hatte; und wirtschaftliche Turbulenzen, die auf einigen Auslandsmärkten einen Nachfragerückgang auf Großhandelsebene nach sich zogen.Zeien sagte jedoch gegenüber Wertpapieranalysten, die Nachfrage nach dem Mach-3-Rasierer entspreche den Erwartungen und die Reorganisierung des Unternehmens werde Gillettes Wettbewerbsfähigkeit verbessern.

Zum Gillette-Konzern gehören Braun, Oran B und Duracell.Mit 35 Prozent Umsatzanteil ist Gillette von den Auslandsmärkten stärker abhängig als die meisten anderen US-Unternehmen.

Erst vor wenigen Wochen ist die Produktion des neuen Rasierers Mach-3 im Berliner Gillette-Werk in Tempelhof angelaufen.In den kommenden drei Jahren soll die Kapazität für 600 Mill.Mach-3-Klingen jährlich ausgebaut werden.In den Berliner Standort sind dafür insgesamt 524 Mill.DM investiert worden.Diethard Grospitsch, Geschäftsführer von Gillette Deutschland, hatte beim Produktionsstart noch angekündigt, bis zum vollständigen Kapazitätsausbau werde sich die Beschäftigtenzahl von gegenwärtig 1040 um 8,5 Prozent erhöhen.

Die Leitung des Berliner Werks wollte die weltweiten Entlassungen nicht kommentieren und verwies generell auf die Bostoner Zentrale.Der Berliner IG-Metall-Chef Arno Hager ist allerdings optimistisch: "Es sollte mich wundern, wenn es in Berlin zu Entlassungen käme", sagte er.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben