Girocard vorübergehend unbrauchbar : Verbraucherschützer kritisieren Commerzbank

Wegen der Integration von rund fünf Millionen Dresdner-Bank-Kunden in das System der Commerzbank können 140.000 Menschen ihre Girocard sechs Tage lang nicht nutzen. Das muss schneller gehen, findet die Verbraucherzentrale Berlin.

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Fürsorglich.
Fürsorglich.Foto: dpa/dpaweb

Nach Ostern soll die Integration vollbracht sein. „Aus Commerzbank und ehemaliger Dresdner Bank wird jetzt auch technisch eine gemeinsame Bank“, heißt es beim Online-Banking-Auftritt der Commerzbank. Nach dem Austausch der Logos und der Umrüstung vieler Filialen sollen nun auch die rund fünf Millionen ehemaligen Dresdner-Bank-Kunden in das System der Commerzbank integriert werden. Unangenehm für viele Kunden der Bank: Rund 140 000 können sechs Tage lang mit ihrer Girocard kein Bargeld mehr am Automaten abheben oder mit der Commerzbank-Karte zahlen.

Verbraucherschützer kritisieren die Dauer der Umstellung bei der Commerzbank. „Es ist ein Unding, dass die Kunden so lange ohne Geld bleiben“, sagte am Dienstag Peter Lischke von der Verbraucherzentrale Berlin. Zwar haben die Verbraucherschützer Verständnis für die Umstellung. „Bei einem so großen Kreditinstitut wie der Commerzbank müsste das aber schneller gehen“, kritisierte Lischke. Bei der Software-Umstellung der Hypo-Vereinsbank im August 2010 etwa war das Online- und Telefon-Banking nur für ein Wochenende unterbrochen.

An zwei Wochenenden, also am kommenden (9. und 10. April) und über Ostern (vom 22. bis zum 25. April) können insgesamt elf Millionen Commerzbank-Kunden keine Bankgeschäfte tätigen. Überweisungen werden nicht angenommen – weder telefonisch und online noch am Automaten –, das Online-Banking ist nicht nutzbar und an den Automaten gibt es keine Kontoauszüge. Einen Vorteil haben die ehemaligen Dresdner- Bank-Kunden: Sie können am 9. und 10. April ihre Bankgeschäfte noch normal tätigen, während für die ursprünglichen Commerzbank-Kunden die Einschränkung an beiden Wochenenden gilt.

140.000 Kunden des Instituts sind noch stärker eingeschränkt. Sie können ihre Girocard an beiden Wochenenden quasi nicht mehr nutzen. Sie können kein Geld abheben – weder an den Automaten der Bank noch bei anderen Instituten. Zudem kann mit der Karte nicht mehr bezahlt werden, wenn die Geheimzahl verlangt wird. Mit Unterschrift ist das Bezahlen noch möglich.

Die Commerzbank versicherte, dass die Kreditkarten der Kunden an beiden Wochenenden funktionieren. „Einen Notservice für die Kunden gibt es aber nicht“, sagte eine Sprecherin der Bank. Die betroffenen Kunden seien in dieser Woche schriftlich informiert worden, man habe ihnen geraten, sich im Vorfeld der Umstellung mit Bargeld einzudecken.

Die Commerzbank hatte Ende August 2008 die Dresdner Bank für fast zehn Milliarden Euro übernommen. Im Zuge der Fusion wurden seitdem etliche Filialen umgerüstet und mit dem neuem Bank- Logo versehen.

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