Wirtschaft : Girokonto schützt nicht vor Pfändung

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) hat Banken und Sparkassen aufgefordert, für pfändungssichere Girokonten keine hohen Extra-Gebühren zu kassieren. „Es ist nicht akzeptabel, dass gerade von finanzschwachen Verbrauchern unverhältnismäßig hohe Kontoführungsgebühren verlangt werden“, kritisierte Aigner. Dieses Angebot sei eine gesetzliche Pflicht und dürfe nicht zusätzlich berechnet werden. Seit dem 1. Juli 2010 können Bankkunden ihr Girokonto in ein Pfändungsschutzkonto umwandeln lassen, auf dem das Existenzminimum von monatlich 1028,89 Euro vor Pfändungen sicher ist. Ab dem 1. Januar 2012 gilt dieser Schutz auf normalen Konten nicht mehr.

Mehr als ein Jahr nach der Einführung des „P-Kontos“ berechneten einige Geldinstitute immer noch unverhältnismäßig hohe Gebühren, kritisierte Aigner. Außerdem könnten wichtige Kontofunktionen teils nur eingeschränkt genutzt werden. Der Gesetzgeber sei aber davon ausgegangen, dass die Kreditwirtschaft ihren Beitrag dazu leisten werde, den Zugang zu diesen Konten nicht zu erschweren.

Ein automatischer Guthabenschutz vor Pfändungen besteht ab dem 1. Januar 2012 nur noch für P-Konten. Für normale Girokonten läuft der bestehende Schutz am 31. Dezember 2011 aus. Betroffene Kunden sollten daher rechtzeitig vor Jahresende die Umwandlung in ein P- Konto beantragen, teilte das Verbraucherministerium mit. dpa

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