Die Girokarte gehört zum Konto einfach dazu, ohne sie können Kunden weder bargeldlos bezahlen noch Geld abheben. Manche Institute nutzen das aus und kassieren bei den Kartengebühren ab. So wirbt die Sparda Bank Berlin zum Beispiel für ihr Konto ohne Führungsgebühr – verlangt für die Bankkarte jedoch 12 Euro jährlich. Erst kürzlich hat das Institut diese Gebühr angehoben, zuvor gab es die Karte noch für 7,50 Euro. Eine Sprecherin erklärt das mit den rückläufigen Erträgen der Bank: Früher habe das Institut die Kosten für Herstellung und Einsatz der Karten unter anderem durch Händlerentgelte decken können – doch das funktioniere immer weniger. Der Grund: Die Gebühren, die Banken von den Händlern pro Kartenzahlung verlangen dürfen, sind EU-weit gedeckelt worden.
Stärker als bei der Girokarte macht sich das schon jetzt bei der Kreditkarte bemerkbar. Für sie verlangen Banken bereits bis zu 40 Euro im Jahr. Zwar gibt es durchaus noch Institute, die eine kostenlose Kreditkarte anbieten – doch sie werden weniger. So will zum Beispiel die PSD Bank Berlin-Brandenburg ihre kostenlose Kreditkarte abschaffen. Auf Tagesspiegel-Anfrage teilte das Institut mit, es werde die Karten „sukzessive in den nächsten Jahren mit einer moderaten Jahresgebühr versehen“. „Das Kreditkartengeschäft hat sich in den letzten Jahren immer mehr zu einem Subventionsgeschäft entwickelt“, erklärte Vorstandschef Bernhard Soeken.
Ein weitere Kostenfalle ist die flexible Rückzahlung. Manche Institute bieten Kunden an, Teile ihrer Kreditkartenrechnung statt am Monatsende erst später zurückzuzahlen. Das klingt nett – doch die Zinsen, die dafür anfallen, sind teils immens. Die Santander Bank verlangt dafür bis zu 13,16 Prozent – da wäre es günstiger, das Konto zu überziehen.
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