Wirtschaft : Gitic-Konkurs bestätigt

HONGKONG/GUANGZHOU (rtr).Die chinesische Justiz hat den Konkursantrag der Guangdong International Trust and Investment Corp.(Gitic), der zweitgrößten Investmentgesellschaft des Landes, angenommen.Die Entscheidung wurde in Anwesenheit ausländischer und chinesischer Gläubiger vor einem Gericht in Guangzhou verkündet, bestätigte ein Vertreter einer europäischen Bank am Wochenende.Die Entscheidung sei endgültig, ein Einspruch nicht zulässig."Wir hoffen, daß die Frage nach vorrangiger Auszahlung eingetragener Schulden beantwortet wird, aber es scheint, daß wir warten müssen", sagte der Bankenvertreter.Gitic hinterläßt Schulden von 4,3 Mrd.Dollar sowie 2,6 Mrd.Dollar an Vermögenswerten.Das erste Gläubigertreffen soll Ende April stattfinden.

Deutsche Großbanken sind von dem Zusammenbruch der Gitic nach eigenen Angaben nur im geringen Ausmaß betroffen.Die Deutsche Bank und die Bayerische HypoVereinsbank hatten in der vergangenen Woche mitgeteilt, jeweils mit einem einstelligen Millionbetrag engagiert zu sein.Die Dresdner Bank hatten von einem Betrag im "unteren zweistelligen Millionenbereich" gesprochen.

Dagegen befürchten Hongkongs Banken weitere Bankrotte und einen rasanten Anstieg nicht einbringbarer Kredite.Die Banken in der Ex-Kolonie seien mit einer Kreditsumme von 325 Mrd.Hongkong-Dollar, umgerechnet 70 Mrd.DM, in verschiedenen Unternehmen der Volksrepublik China engagiert, berichteten Medien am Wochenende.Mit sechs Prozent liege das Niveau geplatzter Kredite jetzt schon höher als in den USA oder Europa, erklärte Hongkongs Zentralbank.Sie forderte die Banken auf, Kredite an chinesische Unternehmen künftig vorsichtiger zu vergeben.Zugleich tauchen nun Gerüchte über Liquiditätsprobleme der Gitic-Tochterfirma Guangdong Overseas Chinese Trust and Investment Corporation auf.

Die chinesische Notenbank hatte die hochverschuldete Investmentgesellschaft im Oktober 1998 geschlossen.Am vergangenen Sonntag hatte sie den Bankrott des Finanzhauses angekündigt, und zugleich mitgeteilt, die chinesischen Behörden würden für die Milliardenpleite nicht einstehen.

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