Wirtschaft : Glänzende Geschäfte mit der Sicherheit

Piepenbrock-Gruppe übernimmt Berliner Wachdienst DSW / Rund 300 Firmen in Berlin BERLIN (olm).Rund 300 Firmen sind in Berlin angetreten, um sich in der Branche Sicherheitsdienste ein Stückchen aus dem milliardenschweren Kuchen herauszuschneiden.Nach Meinung des Geschäftsführers des Deutschen Schutz- und Wachdienstes DSW, Ulrich Fehlau, machen aber nur etwa 20 größere Unternehmen das Geschäft unter sich aus.Auf Dauer sei der Markt für 300 Unternehmen zu klein.Gute Standorte wie Hamburg oder München hätten gezeigt, daß sich mehr als 80 seriöse Firmen nicht halten können.Das gelte auch für Berlin.Fehlau geht davon aus, daß sich die Situation in Berlin durch Fusionen, Kooperationen und Übernahmen in der nächsten Zeit normalisieren wird.Der DSW selber war 1997 in die roten Zahlen geraten und rückwirkend zum 1.Januar 1998 von der Unternehmensgruppe Piepenbrock GmbH & Co.KG gekauft worden.Wie der geschäftsführende Gesellschafter des Familienbetriebes, Hartwig Piepenbrock, am Mittwoch sagte, soll der DSW künftig als eigenständige Tochter weiterarbeiten und die Sparte Sicherheitsdienste vor allem am Standort Berlin verstärken.Die unter dem Dach einer Holding organisierte Piepenbrock-Gruppe zählt sich mit einem 1997 erwirtschafteten Jahresumsatz von 1 Mrd.DM und insgesamt 35 000 Beschäftigten zu den traditionellen Dienstleistern in Deutschland.Das für 1998 geplante Wachstum um rund 500 Mill.DM erwartet Piepenbrock quer durch alle Sparten.Die Gruppe bietet klassische Gebäudereinigung, Industriewartung und Catering sowie Begrünungen und Hotelservice.Mit der Übernahme des DSW, der in Berlin vor allem durch die Kontrollen in den Flughäfen bekannt geworden ist, sollen künftig auch die Aktivitäten auf den Verkehrsflughäfen Dresden, Hannover, Leipzig und Braunschweig ausgeweitet werden.Den Auftrag für die Sicherheitskontrollen am Flughafen Tegel hatte der DSW bei einer Neuausschreibung 1996 nach 22jähriger Zusammenarbeit verloren.Als Grund dafür gab Ulrich Fehlau die starken Verzerrungen im Wettbewerb an.Dabei gehe heute nicht selten der Preis vor Qualität.Mit Tariflöhnen, die den eigenen Lohn- und Sicherheitsstandard um bis zu 4,59 DM pro Stunde unterbieten, sei die notwendige Qualität der Sicherheitsdienste nicht mehr gewährleistet.Fehlau setzt hier auf verbindliche Tarifstrukturen, die für alle Anbieter die gleichen Voraussetzungen schaffen.Mit einer Schulung, die oft nur 24 Stunden dauert und Dumpinglöhnen von 7 DM in der Stunde blieben Motivation und Qualifikation der Mitarbeiter auf der Strecke.Der DSW soll mit seinen 650 Beschäftigten bereits im laufenden Geschäftsjahr 1998 eine "schwarze Null" schreiben.Einen Zuwachs bei den Umsätzen erwartet Hartwig Piepenbrock mit dem Umzug der Bonner Ministerien und der zahlreichen Verbände.Einen Wettbewerbsvorteil verspricht er sich durch das breite Produktangebot.Wer heute ausschließlich auf die Sparte Sicherheit setze, werde Schiffbruch erleiden.Immer häufiger suchten die Kunden inzwischen den kompletten Allrounddienstleister.Um das zu gewährleisten, schließt Piepenbrock weitere Firmenzukäufe nicht aus.

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