Wirtschaft : Gleiche Chancen kosten Geld

Berlin - Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) hat einer Studie zufolge seit seiner Einführung vor einem Jahr die Wirtschaft mit zusätzlichen Kosten in Höhe von 1,73 Milliarden Euro belastet. Für jeden sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten mussten die Unternehmen im vergangenen Jahr durchschnittlich 72,52 Euro ausgeben, geht aus der von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) in Auftrag gegebenen Studie hervor.

Die von der Universität Dortmund für die Studie befragten 501 Unternehmen gaben an, dass die meisten Kosten durch Schulungen ihrer Mitarbeiter (532 Millionen Euro) und die Einführung einer neuen Strategie – wie etwa bei der Rekrutierung von neuem Personal (602 Millionen Euro) – entstanden seien. Fast 90 Prozent der Befragten verbinden mit dem AGG zusätzliche Bürokratie.

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Hartmut Schauerte (CDU), forderte am Mittwoch eine Überprüfung des Gesetzes. Im Hinblick auf die Dortmunder Studie erklärte er, man könne nicht „zur Tagesordnung“ übergehen, wenn „fünf von sechs Unternehmen in Deutschland mit dem Gesetz im Wesentlichen zusätzliche Bürokratie verbinden“. Der DGB bewertete die Studie in einer Mitteilung dagegen als „kritisch“. Schließlich hätten zwei Drittel der Firmen angegeben, „noch keine Erfahrungen mit dem AGG gemacht zu haben“.

Das am 18. August 2006 in Kraft getretene AGG – auch Antidiskriminierungsgesetz genannt – soll Benachteiligungen aus Gründen der Rasse, der Herkunft, des Geschlechts, der Religion, der Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität verhindern. ysh

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